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Jugendgemeinderat

Haben viel vor in 2019: Rätin Pia Zehendner, ihres Zeichens Stimmenkönigin der Wahl und eines von insgesamt sechs weiblichen Mitgliedern des Gremiums, das jüngste Ratsmitglied Leon Meyer, Präsidiumsvorsitzender Rico Edelmann und Paul Günther, der als Beisitzer ebenfalls Präsidiumsmitglied ist (von links). Foto: Meyer
Haben viel vor in 2019: Rätin Pia Zehendner, ihres Zeichens Stimmenkönigin der Wahl und eines von insgesamt sechs weiblichen Mitgliedern des Gremiums, das jüngste Ratsmitglied Leon Meyer, Präsidiumsvorsitzender Rico Edelmann und Paul Günther, der als Beisitzer ebenfalls Präsidiumsmitglied ist (von links). Foto: Meyer
15.02.2019

Sieben Punkte für ein gutes 2019: Jugendgemeinderat stellt Weichen für seine Arbeit

Pforzheim. Der Jugendgemeinderat (JGR) hat sich für 2019 einiges vorgenommen. Um besonders zielgerichtet arbeiten zu können, hat das Gremium bei seiner Sitzung am Donnerstagabend einen sieben Punkte umfassenden Fahrplan verabschiedet, der vorab gemeinsam erarbeitet worden war.

Eine Art Masterplan für die Amtszeit festzulegen, hat bei dem Jugendgremium Tradition – so stellte schon der vorige JGR zu Beginn seiner Arbeit einen Fahrplan vor. „Das Konzept einer To-do-Liste fanden wir gut, auch, um die uns zur Verfügung stehenden Projektmittel gleichmäßig über das Jahr verteilt einsetzen zu können“, wie der Präsidiumsvorsitzende Rico Edelmann (Junge Liberale) beim Gespräch mit der PZ erklärt.

Bei der Auswahl der Punkte sei es den Mitgliedern wichtig gewesen, sie so konkret wie möglich zu fassen. Auch habe man die Liste bewusst reduziert gehalten, um sich realistische Ziele zu setzen. Ursprünglich gehörte auch das Projekt „Graffiti-Wand“, das legales Sprühen im öffentlichen Raum ermöglichen sollte, zum Fahrplan. Am Donnerstag wurde er jedoch spontan wieder gekippt, nachdem Paul Günther (Junge Union) von einem Gespräch mit einem Mitarbeiter des Anti-Graffiti-Mobils berichtete, der von der Idee abriet. Stattdessen einigte sich der Rat darauf, einen Vertreter des Mobils einzuladen, um über Alternativen zur Wand zu sprechen.

Ebenfalls kontrovers diskutiert wurde der Änderungsantrag Adrian Linds, das Thema „Gewaltprävention“ in den Fahrplan aufzunehmen. Während Emma Sihn erklärte, dass dieses Thema mangels Expertise nicht zu den Aufgaben des JGR zähle und Jonathan Rapp fragte, was sich Lind darunter konkret vorstelle, erklärte dieser, dass er bereits mit einem Fachmann über eine mögliche Veranstaltung im Enzauenpark gesprochen habe und dies in einer Mail auch an OB Peter Boch weitergetragen habe. Dieser meldete sich schließlich selbst zu Wort und versicherte, dass man das Thema durchaus ernst nehme und gerade dabei sei, Informationen zu Linds Idee zusammenzutragen, die mit Kosten im „fünfstelligen Bereich“ verbunden sein könnte. Daraufhin vertagte der JGR das Thema.

Deutlich mehr Einigkeit herrschte wieder beim Antrag Edelmanns auf die Gründung einer AG Frauen, der einstimmig angenommen wurde. Auch sagte der JGR die Teilnahme am EU-Projekt „Engagiert für Europa“ zu.

Priorität A:

Gleich vier Themen hat der JGR bei seiner Sitzung mit der höchsten Prioritätsstufe versehen:

◆  PF-WLAN: Wer Smart City sein möchte, braucht ein gutes öffentliches WLAN-Netz. Dafür wollen sich die Jungräte einsetzen. Zuerst sollen dafür Informationen bei der Stadt eingeholt werden, um eine Karte davon zu erstellen, an welchen Punkten es bereits einen Zugang gibt – und mit welchen Signalstärken. „Es geht um den Ist-Zustand und dann die Frage, wo man eventuell nachbessern kann“, erklärt Rico Edelmann. Umfragen bei Gleichaltrigen hätten ergeben, dass viele Jugendliche das Angebot gar nicht kennen oder es wegen der schlechten Qualität gar nicht nutzen. „Wir wollen das Angebot bekannter machen, aber dazu muss auch die Qualität stimmen“, so Edelmann. Am Ende profitierten davon nicht nur die Jugendlichen, sondern alle Pforzheimer.

◆  Veranstaltungen: Bildungsfahrten, Sportturniere, Jugendbeteiligungsformate oder schlicht Partys – unter diesem Punkt kann sich der JGR so einiges vorstellen. Eine zuständige AG gibt es bereits. „Viele fahren nach Karlsruhe oder Stuttgart, um etwas zu erleben. Wir wollen der Jugend auch in Pforzheim etwas bieten und unvergessliche Momente kreieren“, erklärt Pia Zehendner. Dabei wolle der JGR künftig verstärkt selbst in die Rolle des Organisators und nicht nur die des Geldgebers schlüpfen.

◆  Sportturnier: „Bei der Wahlveranstaltung haben wir gemerkt, dass das Interesse an Sport riesig ist“, erklärt Leon Meyer. Daher plant der JGR erstmals, ein schulübergreifendes Turnier auf die Beine zu stellen – und das in Eigenregie. Neben dem sportlichen Aspekt gehe es auch um die Vernetzung der Schülerschaften. Wenn alles nach Plan läuft, könnte es bereits diesen Sommer so weit sein. Ansonsten sei aber auch ein Hallenturnier denkbar.

◆  Jugendforum: Der JGR will den Austausch mit jenen, die sie vertreten, verstärken. Ein Instrument soll dabei ein großes Jugendforum mit bis zu 200 Teilnehmern sein. „Das ist eine gute Möglichkeit, die Jugend in Entscheidungsprozesse mit einzubinden“, so Edelmann, der sich insgesamt für eine Mischform an Jugendbeteiligungsformen einsetzen will. Unter welcher Fragestellung das Ganze laufen solle, müsse man noch sehen. Gleichzeitig erhoffe man sich durch das Forum auch „Denkanstöße“ und „Grundlagen“ für die weiteren Schwerpunktsetzungen im JGR zu erhalten. 

Priorität B:

◆  Klavier in der Innenstadt: Der Vorschlag Emma Sihns, ein Klavier in zentraler Lage in Pforzheim aufzustellen, fand Anklang bei ihren Ratskollegen, die ihn kurzerhand in Kategorie B auf der Prioritätenliste einordneten. „So könnte man die Innenstadt

beleben. Gleichzeitig ist Musik ein verbindendes Element für Jung und Alt“, so Paul Günther. Dieser Punkt wurde am Donnerstag bereits in einem entsprechen Antrag Sihns behandelt – und stieß auf mehrheitliche Zustimmung.

Priorität C:

◆  Jungbürgerfeier: Genau 23 Jungbürger sind der Einladung der Stadt zum diesjährigen Neujahrsempfang gefolgt. Der JGR sieht hier Luft nach oben. Dazu müsste die Veranstaltung für die Jugend aber attraktiver werden, findet Leon Meyer. „Von einem Ball bis zur Party wäre da vieles denkbar“, so der 14-Jährige. Gepaart werden soll das Ganze mit Infoständen über Stadt und Lokalpolitik. So könnten die 18-Jährigen den Beginn des neuen Lebensabschnitts gemeinsam feiern – und dabei noch etwas lernen.

◆  Parcoursgelände: Der JGR hat ein Herz für den Nischensport: Nachdem der Rat im vergangenen Jahr Eutingen zu einer Calisthenics- Anlage verhalf, will er nun die Parcours-Sportler mit eigenen Flächen auf einem für die Bedürfnisse ausgestatteten Platz unterstützen.