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Ein filmisches Paket geschnürt: Frank Wettig (KoKi), Christine Müh (KoKi) und  E.O.F.T. -  Moderator Konstantin Arnold (von links) präsentieren  im Innenhof des Kulturhauses Osterfelds  atemberaubende Streifen.  FRommer
Ein filmisches Paket geschnürt: Frank Wettig (KoKi), Christine Müh (KoKi) und E.O.F.T. - Moderator Konstantin Arnold (von links) präsentieren im Innenhof des Kulturhauses Osterfelds atemberaubende Streifen. FRommer
19.08.2018

Sieben spektakuläre Outdoor-Filme im Open-Air-Kino

Nein, das bisschen Nieselregen konnte dem Open- Air-Kino wirklich nichts anhaben. Mehr als 300 Zuschauer trotzen den leichten Niederschlägen beim Gastspiel der „European Outdoor Film Tour“ (E.O.F.T.) im Osterfeld-Innenhof. Die umsichtige KoKi-Crew hatte gratis Regencapes verteilt – und irgendwie hätte in der Freitagnacht ein kollektiver Abmarsch auch nicht so recht zu den filmisch verewigten Höchstleistungen der Adrenalin-Junkies gepasst.

Moderator Konstatin Arnold (27), selbst Surfer, Skater und Snowboarder, lobte das beharrliche Pforzheimer Publikum, das keinen der sieben spektakulären Outdoor-Filme des aktuellen Programms missen wollte. Was gab es zu sehen? Mountainbiker, die ihr Rad auf abschüssiger Geröllstrecke springen und driften lassen, als wär’s ein Surfboard. Die atemberaubenden Bilder einer eisigen Expedition – mit Ski, Kite und Kajak – quer durch Grönland, die weder ein heftiger Kite-Unfall von Sarah McNair-Landry stoppen konnte, noch ein zur Westküste Grönlands zeigender Fluss, von dessen fließender Existenz zuvor nur Google Earth – irrtümlicherweise – ausging. Ähnlich spektakulär (und ähnlich eisig) sind die Aufnahmen des jungen französischen Kameramanns Alexis Blaise, der das Ski-Ass Sam Favret beim Freeski im alpinen Gletscher „Mer de Glace“ perfekt in Szene setzt.

Deutlich ruhigere Bilder steuerten zwei junge Briten – Benjamin Sadd und James Trundle – zur European Outdoor Film Tour 2017/18“ bei. Sie fällten mit Unterstützung des Huaorani Bai Nenquiri im ecuadorianischen Dschungel bei Apaika einen Baumriesen und zimmerten während eines Monats daraus ein Langboot. Nachdenklich sollte der knappe Hinweis im Abspann ihrer auf den Rio Napo führenden Expedition machen: Nur wenige Monate nach ihrer Fahrt verkauften die Huaorani ihren Wald. Apaika ist heute ein Lager für die Arbeiter einer Erdölfirma.

Menschlich anrührend zeigte sich die Dokumentation zum unerwarteten Verlauf einer Bergexpedition entlang der extremen Kangchendzönga-Traverse: Bei dieser Herausforderung werden die ursprünglichen Gewichte zwischen dem „alten Hasen“ Simone Moro (50) und der wesentlich jüngeren Tamara Lunger (31) nach und nach völlig auf den Kopf gestellt. Absolut sehenswert.

Mehr Informationen im Internet unter : www.eoft.eu/de/open-air