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Blick von der Kallhardtbrücke über die Nagold zum Sparkassenturm. Kartons voller Böllerreste störten auch gestern noch das winterliche Idyll. Foto: Seibel
Blick von der Kallhardtbrücke über die Nagold zum Sparkassenturm. Kartons voller Böllerreste störten auch gestern noch das winterliche Idyll. Foto: Seibel
Die einen haben den Spaß, die anderen den Dreck vor dem Haus: An der Gravelottestraße im Rodgebiet ließen Hobby-Feuerwerker alles stehen und liegen.
Die einen haben den Spaß, die anderen den Dreck vor dem Haus: An der Gravelottestraße im Rodgebiet ließen Hobby-Feuerwerker alles stehen und liegen.
Olaf Backhaus
Olaf Backhaus
02.01.2017

Silvester-Müll: Auch Bürger in der Pflicht

Pforzheim. Für Sekunden erhellt eine Silvesterrakete den Himmel. Doch in Summe wirkt das funkelnde Spektakel vom Jahreswechsel lange nach. Auch am Montag boten viele Straßen und Plätze in der Stadt ein unschönes Bild: Knallerreste, Karton- und Papierfetzen, Plastiksplitter und leere Flaschen.

Das wird sich nur langsam ändern, denn ein Kraftakt aller Beteiligten ist für den Großputz zum Jahresbeginn nötig. Wer nach dem raschen Großreinemachen durch städtische Kräfte ruft, sollte erst einmal vor der eigenen Türe kehren. Anliegerverpflichtung nennt sich das, was Bürger nicht nur beim Winterdienst, sondern auch nach der kollektiven Knallerei zu leisten haben. Darauf weist auf PZ-Nachfrage Olaf Backhaus, der Leiter der Technischen Dienste, hin: „Jeder muss vor seinem Haus die Böller beseitigen.“ Diese Verpflichtung werde aber in Baden-Württemberg, das eigentlich als „Land der Sauberkeit“ bekannt sei, und so auch in Pforzheim „immer schlechter wahrgenommen“. Wie Backhaus herausstellt, werde seine Behörde nun aber nicht „die große Ordnungswidrigkeiten-Keule schwingen“, sondern gemeinsam mit dem Amt für öffentliche Ordnung das Gespräch mit jenen Anwohnern suchen, die es bislang nicht so genau nehmen mit dieser Bürgerpflicht.

Natürlich ist es ebenfalls nicht erlaubt, die Reste des Feuerwerks einfach im öffentlichen Raum liegen zu lassen. Laut Backhaus handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, für die ein Bußgeld droht. Doch die Ahndung fällt schwer. „So viel Polizei, wie etwa in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof präsent war, gibt es bei uns nicht.“ Um Silvestermüll zu vermeiden, „müsste hinter jedem Bürger ein Ordnungshüter stehen“. Hinterher sei es schwierig, Abfälle einzelnen Verursachern zuzuordnen.

Etliche neuralgische Punkte gibt es in der Stadt – in Ost-, West- und Nordstadt, aber auch im Rodgebiet – eine PZ-Leserin wies auf ein kleines Trümmerfeld an der Gravelottestraße hin. In Kartons gepackt, aber zurückgelassen haben Feuerwerker ihren Müll auf der Kallhardtbrücke. Eben etwa auf Brücken und an Verkehrsanlagen – also überall dort, wo keine Anliegerverpflichtung gilt – wird Backhaus’ Team den Abfall beseitigen. Das geht nicht über Nacht. Er und seine Mannschaft hätten sich „auf die Fahne geschrieben, das Reinemachen bis Mitte Januar im Großen und Ganzen geschafft zu haben“. Denn schon ohne diesen Zusatzmüll dauere es fünf Tage, um einmal die ganze Stadt zu säubern.

Den ganzen Text in voller Länge, ergänzt um Zahlen und Statistiken, lesen Sie als PZ-news-Plus-Abonnent auf der Plus-Artikel-Übersichtsseite. oder am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“.

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