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Hündin Merles Zähne sind abgebrochen, als sie ins Gitter biss. Foto: Tierheim
Hündin Merles Zähne sind abgebrochen, als sie ins Gitter biss. Foto: Tierheim
Josef hat sich seine Pfoten vor Panik auf dem Fliesenboden blutig gescharrt.Foto: Tierheim
Josef hat sich seine Pfoten vor Panik auf dem Fliesenboden blutig gescharrt.Foto: Tierheim
06.01.2017

Silvester-Panik im Tierheim: Hunde verletzen sich aus Angst selbst

Pforzheim. Jedes Jahr aufs Neue versetzen Silvester-Böller und Raketen Tiere in Aufregung, die in Panik umschlagen kann. Zwei Hunde hätten sich in der Nacht auf Neujahr im Tierheim Pforzheim aus Angst selbst Verletzungen zugefügt, berichtet Leiterin Nadine Reisacher.

Und das, obwohl eine Mitarbeiterin die Nacht über anwesend gewesen sei, um sich um die Tiere zu kümmern. Merle habe sich vor Panik am Zwingergitter drei Zähne abgebrochen, sagt sie „Und Josef hat so lange auf dem Fliesenboden gescharrt, dass er sich seine Krallen ausgerissen hat und seine Pfoten ganz blutig waren.“ Dabei habe er bei seiner Vorbesitzerin zwei Jahre lang ausschließlich draußen gelebt.

Auch noch nach dem großen Knall seien dessen Folgen bei ihren Schützlingen spürbar, sagt Reisacher. In den Folgetagen sei in den Katzenzimmern viel Stressdurchfall entdeckt worden. Auch der Magen-Darm-Trakt von Hunden sei aufgewühlt gewesen. „Hunde, die empfindlich sind, wenn man sie aus ihrer Routine herausnimmt, waren in den nächsten Tagen noch aufgedreht“, berichtet die Tierheimleiterin.

Auch an den Vierbeinern außerhalb des Tierheims sei der Jahreswechsel nicht spurlos vorbeigegangen. Mehr als 30 Vermisstenmeldungen erreichten die Einrichtung allein durch Vorfälle am 30. und 31. Dezember. „Sonst haben wir vielleicht drei oder vier im Monat.“ Längst nicht mehr nur an Mitternacht wird an diesen Tagen Feuerwerk gezündet.

Das könne auch Hunde, die sonst gut abrufbar seien, derart erschrecken, dass sie beim Spaziergang das Weite suchen. „Wir raten immer dazu, sie am besten zwei Tage vor und nach Silvester nicht von der Leine zu lassen“, sagt Reisacher. Auch aus Rücksicht auf Wildtiere appellieren die Tierschützer dafür, auf Böller zu verzichten.

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