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Da ist Bewegung drin: Projektleiterin Sabrina Keller (Mitte) übt im Kindergarten an der Pestalozzistraße mit den Erzieherinnen Annika Schuderer und Laura Bereswill (von rechts) sowie Evelin Dingler (links) und deren Schützlingen Lieder ein.
Da ist Bewegung drin: Projektleiterin Sabrina Keller (Mitte) übt im Kindergarten an der Pestalozzistraße mit den Erzieherinnen Annika Schuderer und Laura Bereswill (von rechts) sowie Evelin Dingler (links) und deren Schützlingen Lieder ein.
05.12.2017

Singprojekt fördert das Miteinander unter den Kleinen

Pforzheim. Was tut sich denn da? Draußen vor der Tür werden die Kinder langsam unruhig vor Spannung und Vorfreude. Denn drinnen ist erst ein seltsames Schnaufen, Hauchen und Prusten zu hören, kurz darauf schöner Gesang. Kein Wunder, dass die Kleinen gleich mit einstimmen, als sie nach der Übungseinheit für ihre Erzieherinnen endlich hineindürfen in das Zimmer im Kindergarten der Diakonie an der Pestalozzistraße. Er ist eine von bislang drei Einrichtungen in der Stadt, die mit professioneller Hilfe zum Singen und Klingen gebracht werden. Möglich macht das ein Stiftungsprojekt, das auch noch andernorts aufhorchen lassen könnte.

Sabrina Keller heißt die Frau, die da Freude am Singen vermittelt. Die 35-Jährige hat Schulmusik mit dem Hauptfach Gesang sowie Chorleitung studiert und wirkt seit diesem Herbst in Pforzheim – an der evangelischen Singschule und der Kleinen Kurrende, aber eben auch in Kindergärten. Und dies sehr zur Freude der Stadtkirchenkantorin Heike Hastedt. Dass eine Stiftung, die ungenannt bleiben will, das Singen an der Stadtkirche befördert, empfindet Hastedt als Glücksfall. Ohnehin wolle man die Arbeit mit Kindern intensivieren, erläutert die Kantorin.

Weil Gesang nicht mehr fester Bestandteil der Ausbildung von Erzieherinnen sei, schwinde mancherorts seine bereichernde Wirkung. Deshalb setzt das Projekt bei den Großen wie den Kleinen an. Sabrina Keller bildet Kindergärtnerinnen fort, um mit ihnen den Nachwuchs zu schulen. An der Pestalozzistraße sind Annika Schuderer, Evelin Dingler und Laura Bereswill das Team für die Singeinheiten. „Wir singen alle gerne mit den Kindern und finden das Projekt spannend“, sagt Schuderer, die selbst als Kind in der Singschule war. Musik sei eben mehr als Sprache – und binde auch jene Kinder ein, deren Deutschkenntnisse noch nicht so gut sind. „Man singt mit, ist in der Gesellschaft und gehört dazu“, bringt Dingler den integrativen Effekt auf den Punkt, um schmunzelnd zu ergänzen: „Und wir Erzieherinnen dürfen jetzt diesen Spaßfaktor genießen.“

Zunächst bis 2019 läuft das Projekt, für das sich weitere Einrichtungen um eine Teilnahme bewerben können – etwa mit einem fantasievollen Bild, Brief oder Film. Infos zum Singprojekt gibt es im Stadt- und Bezirkskantorat, Rennfeldstraße 5, oder telefonisch unter (0 72 31) 2 80 11 35.

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