nach oben
Fuß hoch, entspannen - Oliver Gimber muss zur Zeit zwar humpeln, aber das Tempo seiner Karriere als Witzeerzähler wurde durch seine Verletzung nicht ausgebremst.
Fuß hoch, entspannen - Oliver Gimber muss zur Zeit zwar humpeln, aber das Tempo seiner Karriere als Witzeerzähler wurde durch seine Verletzung nicht ausgebremst. © Kurtz
27.09.2016

So gefährlich ist das Witzeerzählen: "Olli" Gimber reißt Achillessehne

Das Leben eines Malermeisters kann ganz schön gefährlich sein. Ein Sturz von der Leiter oder ein vom Gerüst fallender Farbeimer – bislang hat Oliver Gimber solche möglichen Unglücksfälle offensichtlich locker weggesteckt. So richtig gefährlich aber lebt der Chef mehrerer Handwerkersbetriebe erst seit er sein Hobby exzessiv in der Öffentlichkeit betreibt. Das Erzählen von Witzen hat ihm neben viel Beifall nun auch noch eine abgerissene Achillessehne und einen klobigen Spezialschuh eingebracht.

Als „Olli“ scherzt sich der Pforzheimer Unternehmer vor einem stetig wachsenden Publikum durchs Internet und die deutsche Radiolandschaft. Er bringt die Leute auf Kleinkunstbühnen und diversen Events zum Lachen wie auch auf PZ-news.de, wo seine Videowitze regelmäßig zu sehen sind. Beim Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim sind nicht nur Trainer, Spieler und Stadionsprecher „Olli“-Fans, auch die Zuschauer kommen nun vor Spielbeginn und in der Halbzeit in den Genuss seiner Witze, von denen er Hunderte vom Stapel lassen kann, ohne nach der Pointe grübeln zu müssen.

Im Hoffenheimer Trainingszentrum ist es dann passiert. Dort steht ein Käfig, in dem die Profis auf Licht- und Tonsignale, fliegende Bälle und wechselnde Ziele reagieren müssen. Unter anderem werden hier Koordination und Reaktionsschnelligkeit trainiert. Eigentlich nichts für Familienväter im gesetzten Alter. Aber: „Das kann ich auch“, sagte sich Gimber, der immerhin schon einmal anno Tobak für die SpVgg Dillweißenstein und den damaligen 1. FC Pforzheim kickte. Hätte er damit doch nur einen Scherz gemacht. Aber nein, das war kein Witz, als Gimber den Käfig betrat und darauf wartete, dass ihm ein Ball um die Ohren fliegt. Der Ronaldo des Malerhandwerks und Messi des Entertainments lag schon nach wenigen Sekunden mit schmerzerfülltem Gesicht am Boden. Eine gerissene Achillessehne bremste die sportlichen Ambitionen unvermittelt aus.

Risiko und Schicksal eines Witzeerzählers? Gimber winkt ab. Nach der Operation in der Pforzheimer Arcus-Klinik – ob er auch in der Narkose Witze erzählt hat, ist nicht überliefert – stand er ziemlich schnell wieder im Betrieb. Dass er gerade einen großen Teil seiner Videowitze vom Beifahrersitz aus erzählt, hängt mit dem Spezialschuh nebst Schienenkonstruktion zusammen, was ihm das Autofahren verwehrt. „Olli“ und eine Witze-Pause? Da muss schon mehr passieren.

Aktuell warten Talkshows im Radio und im Fernsehen auf ihn, Auftritte mit anderen Comedians oder Solo-Shows in Szenelokalen. 5,6 Millionen Mal wurden seine Witze auf Youtube gesehen. So richtig in Arbeit artet gerade seine Aktivität auf Facebook aus. Kommentare, Anfragen, Witzeinsendungen – in Bestzeiten gibt es bei ihm pro Woche zwei Millionen Aktivitäten auf seinem Facebook-Account. In seiner Firma sieht man ihn dagegen nicht mehr ganz so oft wie früher. „Ich muss jetzt viel mehr arbeiten, aber ich kann nun deutlich sensibler mit der Zeit umgehen. So delegiere ich halt mehr als früher.“ Der Laden läuft. Und bald muss auch „Olli“ nicht mehr humpeln. Aber eigentlich ist das egal. Sein Mundwerk läuft immer und überall wie geschmiert. So lieben ihn seine Fans.