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Freuen sich auf die Zusammenarbeit im Rahmen des Pforzheimer Forschungsprojekts „SEILBAHN PF“: Professor Dr.-Ing. Wolfgang Rid (HS Erfurt, l.), Professor Dr.-Ing. Jörg Woidasky (HS PF, 2.v.l.) Sandra Parno (HS Erfurt, 8.v.l.), Angela Wenzel (HS PF, 3.v.r.), Alexandra Vogt (HS PF, 2.v.r.) und Professor Dr.-Ing. Martin Weidauer (HS Erfurt, r.) mit Erfurter Studierenden auf dem Pforzheimer Campus. 

So könnte die Zukunft von Pforzheim aussehen – emissionssparende Seilbahn im Gespräch

Pforzheim. Wie kann die Pforzheimer Hochschule (HS PF) an der Tiefenbronner Straße besser an den Schienenverkehr angebunden werden? Diese ist eine von zahlreichen Fragen, welche die Pforzheimer Studenten aktuell im Rahmen des Forschungsprojekts „SEILBAHN PF“ bearbeiten. 

Nicht nur Studierende der heimischen Hochschule sind involviert, auch die Hochschule Erfurt unterstützt „SEILBAHN PF“ im Rahmen eines studentischen Wettbewerbes, heißt es in einer Pressemitteilung der HS PF. Vertreter der Einrichtung waren nun zu Besuch auf dem Campus an der Tiefenbronner Straße, um vor Ort Informationen zur Mobilitätssituation zu sammeln und direkte Eindrücke zu gewinnen. Sie sollen die Grundlage für die Ausarbeitung einer verbesserten Verkehrsanbindung bilden, die in einem studentischen Planungswettbewerb mehrerer Hochschulen ausgearbeitet und im Herbst 2019 prämiert werden soll.

Mit der Idee einer Seilbahn über den Dächern von Pforzheim beschäftigt sich die Goldstadt schon seit einigen Jahren. Eine Fotomontage der PZ aus dem Jahr 2017 gibt einen Vorgeschmack darauf, wie die Seilbahn aussehen könnte:

Im Fokus des Wettbewerbs steht die Frage nach der Verbindung des Pforzheimer Hauptcampus mit dem Schienennahverkehr mit einem straßenungebundenen Transportsystem. „Vor dem Hintergrund ihrer Studiengänge Wirtschaftsingenieur Eisenbahnwesen, Stadt- und Raumplanung sowie Wirtschaftsingenieur Verkehr, Transport, Logistik freuen wir uns auf wertvollen Input des Erfurter Teams und der weiteren Wettbewerbsteilnehmer“, so Projektleiter Jörg Woidasky. Der Besuch auf dem Pforzheimer Campus markierte den Start der Kooperation. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit fließen in das Gesamtkonzept mit ein, das im Rahmen des zweiten Mobilitätstages der Hochschule Pforzheim am 10. Oktober 2019 präsentiert werden wird.

Erste Schritte zum emissionsfreien Campus 

Im Hinblick auf dieses Konzept verfolgt „SEILBAHN PF“ neben der Verbindung zum Schienennahverkehr weitere Ansätze hin zu einer verbesserten Mobilität. „Erste Schritte auf dem Weg zum emissionsfreien Campus könnten zum Beispiel auch Shuttle-Busse ohne Zwischenhalte, E-Bike-Stellplätze oder Mitfahrbänke sein“, so Jörg Woidasky. Solche und andere Ideen wurden im Rahmen des ersten Hochschul-Mobilitätstags generiert, den das Forschungsteam Ende 2018 erstmals initiierte. Das campusweite Brainstorming von Lehrenden, Studierenden und Mitarbeitern erbrachte als wichtige Handlungsfelder neben der Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs auch die Schaffung von Mitfahrmöglichkeiten innerhalb des Stadtgebiets und auf dem Hochschulgelände. Daneben wurden auch die Förderung der Radnutzung sowie die Entwicklung einer Mobilitäts-App als erste Konzept-Pfeiler von den Hochschulangehörigen priorisiert. Diese und weitere Verbesserungsansätze werden nun im Rahmen studentischer Arbeiten und Workshops ausgearbeitet.

Ministerium unterstützt Entwicklung mit 200.000 Euro

Externe Partner des Projekts „SEILBAHN PF“ sind die Stadt Pforzheim, die Regionalbusverkehr Südwest GmbH (RVS), die Nahverkehrsgesellschaft BW mbH (NVBW), der Eigenbetrieb Pforzheimer Verkehrs- und Bäderbetriebe (EPVB), der Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis GmbH (VPE) sowie die e-mobil BW GmbH. Das Ministerium unterstützt die Entwicklung zunächst mit 200.000 Euro. Im Oktober 2019 werden insgesamt drei der elf Hochschulprojekte für eine Anschlussfinanzierung zur Konkretisierung der Konzepte ausgewählt – „die Seilbahn über den Dächern der Stadt hat also langfristig durchaus eine Chance auf Realisierung“, so Jörg Woidasky.

Die Kooperation zwischen Pforzheim und Erfurt findet auch Unterstützung im Rahmen des Hochschul-Projekts HOTSPOT (House of Transdisciplinary Studies for practice-oriented teaching and learning). HOTSPOT-Mitarbeiter Stefan Simon stellte den Erfurtern im Rahmen ihres Besuchs unter anderem das Reallabor in der Pforzheimer Innenstadt vor, das seit März 2019 von der Hochschule als Lern-, Forschungs- und Experimentierraum genutzt wird.

Mehr Informationen zum Thema Seilbahnkonzept in Pforzheim gibt es hier:

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