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2,2 Prozent der Pforzheimer Schüler blieben 2015 sitzen.
2,2 Prozent der Pforzheimer Schüler blieben 2015 sitzen. © dpa
15.09.2016

So oft bleiben Pforzheims Schüler sitzen - 122 Städte im Vergleich

Seit dieser Woche drücken auch Pforzheims Schüler wieder die Schulbank. Doch nicht jeder hat den Sprung in die nächste Klassenstufe geschafft. Wie die Kinder der Goldstadt im deutschlandweiten Vergleich dastehen, zeigt der Sitzenbleiber-Atlas - und dessen Ergebnisse überraschen.

So lässt sich darin ein Zusammenhang zwischen Armut und Sitzenbleibern statistisch nicht belegen. Einige Städte, in denen überdurchschnittlich viele Menschen Sozialleistungen wie Hartz IV beziehen, stehen überraschend gut da: Kiel, Berlin und Lübeck beispielsweise. Die niedrigste Sitzenbleiber-Quote aller 122 untersuchten Städte hat Aalen mit 0,9 Prozent. Nur minimal schlechter sind auf Rang 121 Flensburg und auf Rang 120 Konstanz. Vorsicht bei der Interpretation der Platzierung: Je weiter hinten eine Kommune liegt, desto weniger Wiederholer hat sie. Der unrühmliche Platz eins geht dagegen mit einer Sitzenbleiber-Quote von 3,8 Prozent an Coburg, gefolgt von Fürth und Hof.

Und Pforzheim? In der Goldstadt mussten nach dem Schuljahr 2014/15 (neuere Daten liegen nicht vor) insgesamt über alle Schularten hinweg 282 von 13109 Schülern die Klasse wiederholen. Das macht eine Quote von 2,2 Prozent, mit der Pforzheim auf Rang 50 liegt - etwas schlechter als der Gesamtschnitt.

Pforzheims Ergebnisse im Detail (wichtig: je höher die Zahl der Platzierung, desto niedriger ist die Sitzenbleiber-Quote):

Grundschulen: Platz 20 von 122, 4172 Schüler, 45 Sitzenbleiber.

Haupt- und Wekrealschulen: Platz 66 von 87, 1658 Schüler, 18 Sitzenbleiber.

Realschule: Platz 63 von 93, 2418 Schüler, 92 Sitzenbleiber.

Gymnasium: Platz 51 von 122, 4860 Schüler, 115 Sitzenbleiber.

Hier gibt es die Studie zum Herunterladen.

Wo Deutschlands Sitzenbleiber-Hochburgen sind, und in welchen Schularten es die meisten Wiederholer gibt, das untersuchte das Studien-Team von billiger.de. Untersucht wurde das Schuljahr 2014/15 und zwar in den 122 größten und wichtigsten Städten, die in der Regel über 100.000 Einwohner haben. Für die Untersuchung wurden zahlreiche Quellen herangezogen, darunter die Kultusministerien und deren Schul- und Kommunalbehörden sowie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Zudem wurde auch bei einigen Schulen direkt angefragt. Auf diese Weise kamen mehr als 2100 Datensätze zusammen, mit denen Deutschlands erstes umfangreiches Sitzenbleiber-Ranking gebildet werden konnte.