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Im Westen will die Konversionsgesellschaft das Neubaugebiet Tiergarten um Bauplätze ergänzen. Foto: Stadtbau
Im Westen will die Konversionsgesellschaft das Neubaugebiet Tiergarten um Bauplätze ergänzen. Foto: Stadtbau
Abstimmung: Armin Maisch, Oliver Lamprecht, Bastian Sevilgen und Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler (von links) vor dem zu bebauenden Areal. Foto: Ketterl
Abstimmung: Armin Maisch, Oliver Lamprecht, Bastian Sevilgen und Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler (von links) vor dem zu bebauenden Areal. Foto: Ketterl
Geplant: Geschoßbau (vorne) und Einfamilienhäuser. Plan: Büro dreigegeneinen
Geplant: Geschoßbau (vorne) und Einfamilienhäuser. Plan: Büro dreigegeneinen
05.08.2018

So soll der neue Pforzheimer Tiergarten aussehen

Pforzheim. Wie die Erweiterung des Neubaugebiets Tiergarten im westlichen Teil zwischen der Straße des 3. Husarenregiments und der Tiergartenstraße aussehen wird, das steht nun fest: Eine Jury hat das Architekturbüro „dreigegeneinen“ mit Sitz in Berlin und München zum Sieger einer Mehrfachbeauftragung gekürt. Das Gelände war ursprünglich für eine wissenschaftliche Nutzung vorgesehen gewesen.

In der Jury saßen Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, Vertreter der Konversionsgesellschaft und Vertreter des Gestaltungsbeirats der Stadt. Es ging darum, das 17000 Quadratmeter große waldige Areal unterhalb der Pferdeklinik, das die Konversionsgesellschaft der Stiftung Hochschule vor einem Jahr abgekauft hatte, zu überplanen. In den Überlegungen enthalten sind weitere angrenzende 14 000 Quadratmeter, die momentan noch der Stadt gehören. Verkaufsgespräche laufen bereits.

Im März habe man das letzte der 171 Grundstücke im Neubaugebiet Tiergarten verkauft, erklärt Stadtbau-Chef Oliver Lamprecht. Grundlage für die Bebauung mit Einfamilienhäusern ist ein Gestaltungshandbuch. Ihm liegt eine Warteliste mit 50 Interessenten vor. Aufgrund der extremen Wohnungsnot sei man bei der Erweiterung nach Westen vom ursprünglichen Plan der reinen Einfamilienhaus-Bebauung abgekommen. Geplant sind sechs Geschossbauten mit 144 Wohnungen sowie 22 Einfamilienhäuser. Für sie sind Grundstücksgrößen von 4,5 bis 7,5 Ar vorgesehen. Das Siegerbüro habe es verstanden, ein kompaktes Gebiet entstehen zu lassen, das über einen natürlichen Grünzug das bepflanzte Dach des Einkaufsmarkts mit dem Wald an der anderen Ecke verbindet, erklärt Lamprecht. Schüssler gefällt vor allem, dass die Grünfläche einen optischen Übergang schafft zwischen den Einfamilienhäusern und den verdichteten Geschossbauten. Das erste der sechs steht gegenüber der Sparkassenellipse am Eingang und soll 14 Geschosse mit bis zu 78 Wohnungen beherbergen, die folgende Bauten sollen deutlich niedriger sein.

Ermutigt vom Gestaltungsbeirat hatte das Büro seinen Entwurf in diesem Sinne noch zweimal überarbeitet. Außerdem erstellte es eine Studie über Hochpunkte in der Stadt, um herauszufinden, wie hoch verträgliches Bauen sein müsse und an welchen Stellen der Stadt es möglich sei.

Neues Dach für die Pferdeklinik

Die Stiftung Hochschule hatte ursprünglich drei größere Gebäude für nachuniversitäre Nutzung auf dem Areal geplant (die PZ berichtete). Eine entsprechende Erschließungsstraße gibt es bereits. Sie wird zum Teil zurückgebaut. Oberhalb befindet sich auf dem Stiftungsgelände die alte Pferdeklinik und das Studentenwohnheim. Geplant sind laut Schüssler weitere Wohnheime. Die Pferdeklinik erhält momentan ein neues Dach. Dort plane ein Investor Studenten-Gastronomie.

In enger Absprache mit der Stadt wird jetzt laut Stadtbau-Geschäftsführer Armin Maisch der Bebauungsplan aufzustellen sein. Dann würden die Erschließungsarbeiten erfolgen. Für die Geschossbauten, die später vermietet werden, wünschen sich die Verantwortlichen von den Investoren ein gute Qualität. Das Gestaltungshandbuch gelte allerdings nur für die Einfamilienhäuser. Deshalb soll der Gestaltungsbeirat über jedes einzelne Bauwerk wachen. Die Quadratmeterpreise für die Einfamilienhäuser, die über die Jahre im Rahmen einer Staffelung von 275 bis 325 Euro pro Quadratmeter nahezu gleich geblieben waren, wird die Stadtbau wohl allerdings erhöhen müssen. In zwei bis drei Jahren könnten die ersten Häuser stehen.