Polizei_Einsatz_Schloessle_04
Nur mit hohem Petrsonaleinsatz konnte die Polizei die verschiedenen Auseinandersetzungen vor der Schlössle-Galerie am Leopoldplatz unterbinden.

So wollen Polizei und Stadt das Sicherheitsgefühl in der City steigern

Pforzheim. In jüngster Vergangenheit kam es insbesondere im Bereich des Leopoldplatzes zu Auseinandersetzungen überwiegend verschiedener ethnischer Gruppierungen. Auch Straftaten mit sexuellem Hintergrund aus der Gruppe heraus wurden zur Anzeige gebracht. Jetzt haben Polizeipräsidium Karlsruhe und Stadt Pforzheim ein Maßnahmenbündel zur Steigerung des Sicherheitsgefühls in der Pforzheimer Innenstadt in einem gemeinsamen Koordinierungsgespräch abgestimmt.

In einer Gesprächsrunde im Pforzheimer Rathaus tauschten sich am Mittwochvormittag unter anderem Polizeidirektor Ralf Gerber, Leiter des Stabsbereichs Einsatz beim Polizeipräsidium Karlsruhe, und der Erste Bürgermeister der Stadt Pforzheim, Dirk Büscher, zur Sicherheitslage in der Innenstadt von Pforzheim aus. Wegen der zurückliegenden Vorkommnisse in der Pforzheimer Fußgängerzone und die darüber öffentlich geführten Diskussionen wurden bereits laufende sowie mögliche weitere Maßnahmen miteinander abgestimmt.

Massenschlägereien, sexuelle Belästigungen - bis zu teilweise 100 Personen mit Migrationshintergrund wurden bei diversen Auseinandersetzungen von der alarmierten Polizei angetroffen. Eine Vielzahl von Platzverweisen wurde ausgesprochen. Durch Gruppen von Jugendlichen und Heranwachsenden kam es außerdem auch noch wiederholt zu Ordnungsstörungen an verschiedenen Punkten in der Pforzheimer Innenstadt.

Unser PZ-news-Leservideo zeigt eine Schlägerei vom November 2018:

Leservideo: Schlägerei am Leopoldplatz in Pforzheim
Video

Leservideo: Schlägerei am Leopoldplatz in Pforzheim

115408bb-3ff3-49b7-a5b7-26f5db8d4140
Bildergalerie

Polizei verhindert Massenschlägerei am Leo

Polizei_Einsatz_Schloessle_07
Bildergalerie

Polizei erhält Hinweis auf Massenschlägerei

760_0008_8340679_schloessle
Bildergalerie

Polizeieinsatz bei der Schlössle-Galerie

Mit dem übergreifenden Gesamtkonzept "Leo" und der gleichgenannten Besonderen Aufbauorganisation (BAO) zeigt die Polizei seit rund einer Woche mit Unterstützung von Einsatzkräften des Polizeipräsidiums Einsatz und auch berittener Polizei noch mehr Präsenz. Damit wurden die bereits bestehenden Maßnahmen zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls nochmals intensiviert. Diese öffentlichkeitswirksamen Auftritte sollen zusammen mit ziviler Bestreifung und flankierenden Präventionsmaßnahmen einen positiven Effekt für das Innenstadtleben erzielen.

Beispiel und Vorbild Freiburg?

Zwei Jahre nach dem Start der landesweit ersten Sicherheitspartnerschaft zwischen dem Land und einer Kommune sieht sich die Polizei in Freiburg in ihrer Arbeit bestätigt. Die erhöhte Polizeipräsenz in der Stadt sowie mehr Kontrollen haben zu einem spürbaren Rückgang der Gewaltkriminalität geführt, sagte Freiburgs Polizeipräsident Bernhard Rotzinger der Deutschen Presse-Agentur. 

Stadt verdreifacht Einsatz der City-Streife

"Wir sind sehr dankbar, dass die Polizei ihre Präsenz an diesen neuralgischen Punkten verstärkt hat und werden seitens der Stadt diesen Einsatz durch die eigene Präsenz der City-Streife flankieren", so Erster Bürgermeister Dirk Büscher. Die Stadt weist darauf hin, dass seit dem vergangenen Jahr der Einsatz der City-Streife verdreifacht wurde und diese mittlerweile täglich und teilweise mehrstündig direkt an der Schlößle Galerie im Einsatz ist.

Problemfall Videoüberwachung

"Grundsätzlich wäre aus meiner Sicht auch die präventive Videoüberwachung wünschenswert und wird auch immer wieder thematisiert und angefragt", so Büscher weiter. "Hier gilt aber nach wie vor, dass der Einsatz dieses Instrumentariums rechtlich nicht möglich ist." Nichtsdestotrotz seien auch präventive Maßnahmen im Hinblick auf die Vermittlung von gesellschaftlichen Normen und Werten notwendig.

Integrationsprojekt des Stadtjugendrings

So hat das "Integrationsprojekt für junge Männer" des Stadtjugendrings ganz aktuell ein Büro an der Goethestaße eröffnet, um direkt in die verschiedenen Communities und Grüppchen hineinzuwirken. Eine ganze Stelle, verteilt auf zwei Personen wurde in diesem Zusammenhang neu geschaffen. "Wir wollen vermitteln, dass bestimmte kulturell oder familiär erlernte Verhaltensmuster in unserer Gesellschaft automatisch zu Konflikten führen, auch wenn sich diese noch - oder gerade noch - unterhalb der Schwelle zur Straftat bewegen. Vor allem wollen wir erklären, warum solche Verhaltensmuster mit unseren eigenen Wertvorstellungen nicht übereinstimmen", so Thomas Wendlberger und Daniel Stoll von der "Mobilen Jugendarbeit" des Stadtjugendrings.

Eine wichtige Voraussetzung ist es dabei, eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen. Flankierend kann auch das Integrationsmanagement der Stadt Pforzheim hinzugezogen werden.

Keine ganz neue Idee

Mehr Polizeipräsenz in Pforzheims Innenstadt sollte schon vor einem Jahr das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung im Stadtgebiet erhöhen. Konkrete Maßnahmen hatten die Stadt und Polizei im März 2018 bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Hier sehen Sie das Video dazu:

Sicherheitsgefühl in Pforzheim soll verbessert werden
Video

Sicherheitsgefühl in Pforzheim soll verbessert werden

Mehr zum Thema:

Weniger Verbrechen nach erhöhter Präsenz der Polizei in Freiburg

Polizei in der Pforzheimer Innenstadt: Beamte zeigen Präsenz gegen die Angst

Nach jüngsten Vorkommnissen: Polizeispitze und Bürgermeister tagen zu Sicherheitslage in Pforzheim

Weitere Artikel zum Massenschlägereien in Pforzheim:

Streit unter 50 Gaffern: Großer Polizeieinsatz an der Goethebrücke

So reagieren Polizei und Stadt auf die Zunahme an Massenschlägereien in Pforzheim

Was ist im Benckiserpark passiert? Polizei befragt vier Verletzte

Massenschlägerei nach Familienstreit: Messerstich und schweigende Täter

Leservideo zeigt Massenschlägerei in der City - was steckt dahinter?

Nach Massenschlägerei vor der Schlössle: Zwölf Tatverdächtige ermittelt

Massenschlägerei wird nach Polizeieinsatz fortgesetzt - dann aber mit Waffen

Schlägerei in der Nordstadt? Polizei rückt mit zwölf Streifenwagen an

Massenschlägereien in Pforzheim: City-Streife stößt an die Grenzen

Mit Holzlatte, Flaschen und Messer: Erneut Massenschlägerei im Klingelpark