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Ob in der Schule oder beim Sport: Smartphones sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken – weder für Clemens Beisel (Mitte) noch für die Reuchlin-Schüler Eva, Julius, Ines Rafaela, Melissa, Luke, Julian (von links, im Uhrzeigersinn), die an seinem Workshop teilnehmen.  Foto: Seibel
Ob in der Schule oder beim Sport: Smartphones sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken – weder für Clemens Beisel (Mitte) noch für die Reuchlin-Schüler Eva, Julius, Ines Rafaela, Melissa, Luke, Julian (von links, im Uhrzeigersinn), die an seinem Workshop teilnehmen. Foto: Seibel
01.07.2016

Social-Media-Experte Clemens Beisel: „Erwachsene müssen sich an die eigene Nase fassen“

Was früher der Bolzplatz war, ist laut Social-Media-Experte Clemens Beisel heute Snapchat. Schüler tummeln sich da, wo sie ungestört sind. Dennoch sollten Eltern ihre Kinder im Umgang mit dem Smartphone an die Hand nehmen – so wie Beisel bei seinen Workshops, die die Jakob-und-Rosa-Esslinger-Stiftung unterstützt.

Seit 2008 arbeitet Clemens Beisel für den Stadtjugendring, seit 2012 ist der gebürtige Maulbronner und heutige Pforzheimer Referent für Social Media bei verschiedenen Organisationen. 20 Klassen wollte die Jakob-und- Rosa-Esslinger-Stiftung ab Januar 2016 die positive Nutzung neuer Medien näher bringen. Doch schnell war klar: Die Nachfrage ist weit größer. Schnell stockten daher die Stiftung und Clemens Beisel das Angebot aus. Zudem kam das Netzwerk Looping ins Boot, das auch Lehrerseminare und Elternabende mit Beisel organisierte. Bis zum Schuljahresende werden so gut 50 Klassen und rund 1500 Schüler erreicht. Und die Kooperation wird ausgebaut: Für das nächste Schuljahr bieten Stiftung und Netzwerk gemeinsam 80 Workshops an.

Fest steht: Die Eltern tragen die Verantwortung für das Online-Nutzerverhalten ihrer Kinder, auch wenn sie nichts oder nur wenig davon verstehen. „Junge Menschen eignen sich generell Räume an, wo die Eltern noch nicht so präsent sind“, sagt Beisel. Aber alleine dürfe man die Kinder in diesen Räumen nicht lassen.

Dabei fühlt sich auch der jugendliche Smartphone-Besitzer immer öfter durch das Gerät gestresst. Das gilt zum Beispiel für die vielen WhatsApp-Nachrichten, die täglich auf die Kinder. „Aber auch wenn es 50 Nachrichten statt 100 sind: Auch das sind dann 50 Störungen, die einen etwa bei den Hausaufgaben unterbrechen, weil man aufs Handy schaut. Und das sind ja nicht die einzigen Benachrichtigungen: Es gibt noch Snapchat, Instagram, Musically, Spiele-Apps. Die Folge ist ein Phänomen, das fast jeder Schüler kennt: Er konzentriert sich auf etwas wie die Hausaufgaben, sein Handy blinkt, er schaut drauf – und weiß schon nicht mehr, was er davor gemacht hast.“

Das ganze PZ-Interview mit Social-Media-Coach Clemens Beisel über Stress durch Handys, die Smartphone-Nutzung der Schüler in der Region und die Verantwortung der Eltern lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.