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Oft verfahren Einbrecher nach der gleichen Masche – die Software „Precobs“ kann helfen, das zu erkennen. Foto: Maurer
Oft verfahren Einbrecher nach der gleichen Masche – die Software „Precobs“ kann helfen, das zu erkennen. Foto: Maurer
Günther Freisleben
Günther Freisleben
Gestohlen wurden zwei von vier Transportern der Firma Bühler.Foto: privat
Gestohlen wurden zwei von vier Transportern der Firma Bühler.Foto: privat
02.11.2015

Software „Precobs“ unterstützt Polizei bei Einbruchs-Bekämpfung

Pforzheim/Karlsruhe. Und wieder haben sie zugeschlagen: Bühler Hydraulik ist am Wochenende schon zum zweiten Mal innerhalb von fünf Monaten von Einbrechern heimgesucht worden. „Im Juni wurden bei uns ein Werkstattwagen sowie Werkzeuge aus dem Kärcher-Store gestohlen und ein kleiner Tresor aufgebrochen“, sagt Geschäftsführer Tobias Bühler. Nun fehlt der zweite von vier Werkstattwagen.

Den Schaden beziffert Bühler insgesamt auf bis zu 170 000 Euro. Dazu kommen noch Umsatzausfälle, die sich ergeben, bis der neue Wagen ausgerüstet ist. „Das kann ein halbes Jahr dauern“, sagt Bühler, den vor allem überrascht, wie gezielt die Täter vorgegangen sind. „Die haben gewartet, bis der Wagen am Wochenende einmal unbeobachtet im Hof steht. Immerhin haben sie sich nicht mehr an die Halle herangewagt.“ Inzwischen hatte die Firma ein umfassendes Alarmsystem installiert.

Fälle wie dieser werden ein Klassiker werden bei der Anwendung der Polizeisoftware „Precobs“. Das Computerprogramm „pre crime observation system“ – Kriminalitätsvorhersagesystem) stellt auf der Basis der Eingabe aller Wohnungs- und Firmeneinbrüche die örtliche Brennpunkte bis fest, die zeitliche Konzentration, die besondere Vorgehensweise der Täter. Der Operator der „Besonderen Aufgabeneinheit (BAO) Einbruch“ steuert in der Folge die Einsatzkräfte – je nach Sachlage offen oder verdeckt. Die Prognosesoftware erkennt durch den Vergleich existierender Fälle eine möglicherweise beginnende Tatserie in einem Radius von 400 Metern – und schlägt schon beim ersten Delikt Alarm.

„Die neue Technik hilft uns, die Arbeit besser und effektiver zu machen“, so Polizeipräsident Günther Freisleben gestern in Karlsruhe. Das hiesige Präsidium mit den Stadtkreisen Karlsruhe und Pforzheim sowie dem Enzkreis, dem Landkreis Karlsruhe und dem Kreis Calw sowie die Stadt Stuttgart wurden von Landesinnenminister Reinhold Gall (SPD) ausgesucht, „Precobs“ im Rahmen eines Pilotversuchs ein halbes Jahr lang zu testen. Bayern und einige Schweizer Kantone hätten bisher sehr gute Erfahrungen mit der Software gemacht, so Freisleben und sein Kripo-Chef Karl-Heinz Ruff. Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.