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Ein Spaß für die Kinder: Anke Scholz vom „Artisjok“-Theater zeigt lustige Sequenzen im Schatten der Kastanien.
19.08.2018

Sommerfest des Figurentheaters begeistert mit seinen Aufführungen

Mediterranes Ambiente im Museums-Areal: Französische Chansons, das ewig junge Spiel der Puppentheater, hochsommerliche Temperaturen und ein vielfältiges kulinarisches Angebot ließen das 24. Sommerfest des Figurentheaters zu einer kleinen, aber feinen Urlaubsinsel mitten in der reizvollen Brötzinger Altstadt werden für kleine und große Besucher. Gäste, Darsteller und ehrenamtliche Helfer zeigten sich einig, dass dem an alle Generationen gerichteten Sommer-Festival höchster Stellenwert für die Attraktivität der Goldstadt zukommt.

Schattiger Kastanienhof

Die Gästezahl des Sommerfests schätzt Initiator Raphael Mürle vorsichtig auf etwas mehr als 800 Besucher, wegen der „Temperaturen nahe am Baggerseewetter“. So gesehen war es eine kluge und weitsichtige Entscheidung, die an Kinder gerichteten Nachmittagsaufführungen der beiden Figurentheater „Gingganz“ und „Artisjok“ im angenehm schattigen Kastanienhof zu zeigen. Und die Knirpse hatten sichtlich Spaß. Beim Solo-Auftritt von Anke Scholz (Artisjok-Theater) als „Flora Primelwurz“ standen den staunenden Dreikäsehochs die Münder kollektiv offen.

„Film, Theater und Figurentheater“, betonte Winfried Thein, seit 2015 Vorsitzender des Fördervereins Figurentheater, bieten im Ehrenamt vielfältige reizvolle Möglichkeiten, der Gesellschaft und vor allem den Kindern etwas zurückzugeben“. Er unterstrich: „Wir haben mehr als 60 ehrenamtliche Helfer in dreistündigen Schichten im Einsatz, die uns beispielsweise 30 Kuchen gebacken haben. Wenn alles gut läuft, machen wir dank ihrer tatkräftigen Unterstützung ein kleines Plus“. Allerdings, auch das lässt Winfried Thein durchblicken, herrscht immer Bedarf an jungen Ehrenamtlichen, denn: „Jeder Zweite der altgedienten hat’s inzwischen im Kreuz“. Andreas Jenner (23) ist einer von den raren nachrückenden Jungen im Ehrenamt.

Sein vielfältiges Einsatzgebiet beim Sommerfest reicht vom Aufbau der Bänke und Tische über die Künstlerbetreuung im Scheunenhof bis zum Wurstgrillen – wo er Seite an Seite mit den beiden Gemeinderäten Hans-Joachim Bruch und Michael Schwarz brutzelte und schwitzte. Andreas Jenner spielte das eigene Engagement jedoch herunter: „Ich finde das Fest toll; und bei so einem Ambiente hilft man gern“.

Gesang und Figurentheater

Die Akustik des rundum gelungenen Sommerfest-Abends prägte das aus Trendelburg in Nordhessen angereiste Duo „Entre-Nous“: Ghislaine und Thorsten Seydler. Sie präsentierten ein buntes Repertoire aus Musette, Pop und Chanson, mit neu arrangierten, aber wohlvertrauten Titeln wie „Aux Champs Elysées“ (Joe Dassin), „La vie en rose“ (Édith Piaf) oder „Toi est le soleil“ (Claude François), das hierzulande eher in seiner englischsprachigen Reggae-Ursprungsversion „I Can See Clearly Now“ bekannt ist.

Die in jeder Phase hörenswerte Gesangsstimme von Ghislaine Seydler sorgte auch für das Glanzlicht beim gemeinsamen Auftritt des Duos mit dem Figurentheater „Gingganz“ – Mechthild und Michael Staemmler – im Rahmen der humorvollen Revue „Das Leben geht weiter als man denkt“. Der gemeinsame Auftritt wurde vom Publikum mit Bravo-Rufen und viel Applaus bedacht.

Als eine von zwei Zugaben zelebrierte das Quartett „Je ne regrette rien“. Den Schlusspunkt setzte Raphael Mürle an der „magischen Tafel“ selbst. Mit zwei Darbietungen „Welt-Ei“ und „Puzzlegesicht“ klang das Sommerfest des Figurentheaters kurz vor 23 Uhr schließlich aus. Ein Klasse-Event.