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Erfolgreiche Solisten aus Pforzheim: Roland, Hubert und Herbert Wanitschek (von links) mit großem Parforcehorn und zwei Fürst-Pless-Hörnern. Fotos: Ketterl
Tradition trifft Einkaufsmeile: Die Jagdhornbläser Heimsheim spielen auf dem Leopoldplatz.
Die Enztalbläser in Aktion.
Pfarrer Hans Gölz-Eisinger (Zweiter von rechts) leitet die Hubertusmesse.
Sichtbar gemischte Gruppe: Jagdhornbläser aus Mühlacker.
10.07.2016

Sonnenschein und Hörnerklang beim Landesbläsertreffen in Pforzheim

Pforzheim. Am Ende strahlt Walter M. Löw mit der Sonne um die Wette: „Es könnte nicht besser sein“, sagt der Landesbläserobmann des Jagdverbands Baden-Württemberg, als er am Vicenzaplatz im Enzauenpark die Preisverleihung vorbereitet. Dort haben sich die Teilnehmer gestern noch einmal zum großen Abschluss des Landesbläsertreffens versammelt.

Alles habe gepasst, sagt Löw – Veranstaltungsort, Bewirtung und auch das Wetter. Das Lob geht nicht zuletzt an die Kreisjägervereinigung Pforzheim/Enzkreis unter Kreisjägermeister Dieter Krail.

Hinter den rund 850 Aktiven liegt ein volles Programm: Platzkonzerte in der Innenstadt, Begrüßung vor dem Rathaus, Hubertusmesse und Grüner Abend am Samstag, gefolgt von Wertungsspielen am Sonntag. Der Enzauenpark bietet sich aufgrund seiner Weitläufigkeit an – die Musiker, die an zwei Orten geprüft werden, sollen einander nicht hören. Auf den Ergebnislisten stehen dann auch Namen aus der Region oben: Roland und Hubert Wanitschek landeten bei den Duos auf dem zweiten Platz. Die Kategorie feierte wie Solo und Trio in Pforzheim eine Premiere, so Obmann Löw.

Auf den Ergebnislisten stehen auch Namen aus der Region oben: Die Jagdhornbläser Heimsheim gewinnen den Wettbewerb in der Klasse ES Kunststufe, Roland und Hubert Wanitschek landen bei den Duos auf dem zweiten Platz – die Kategorie feiert wie Solo und Trio in Pforzheim Premiere. Die Aktiven aus Mühlacker erreichen in der Klasse A für die B-Hörner Rang vier.

Brauchtum im Mittelpunkt

Doch die Punktezahl ist nicht das Entscheidende, wie Landesjägermeister Jörg Friedmann betont. Es gehe vielmehr um die Pflege von Jagdkultur und Brauchtum – und um den Austausch der Musiker und Jäger untereinander. Die mehr als 50 Gruppen sind nicht nur aus Baden-Württemberg, sondern auch aus der Schweiz und Bayern angereist. Selbst eine Formation aus Schleswig-Holstein ist vertreten. Alle eint eine Begeisterung für die verschiedenen Instrumente vom Fürst-Pless- bis zum Parforcehorn, deren ursprüngliche Aufgabe die Kommunikation war, wie Ulrich Roßwag, Abteilungspräsident im Regierungspräsidium Karlsruhe und früherer Kreisjägermeister, erklärt.

„Eine Jagd ist erst dann eine Jagd, wenn die Hörner erklingen“, sagt Landeschef Friedmann. „Das hat auch mit Respekt vor dem erlegten Wild zu tun.“ Die einzelnen Tierarten haben eigene Motive, die beim sogenannten Verblasen der Strecke – der aufgereihten, erlegten Beute – zu Gehör kommen. Die Bläsergruppe „Sau tot“ Gammertingen etwa hat sich nach einem solchen Signal benannt.

Bis es in zwei Jahren Richtung Heidenheim geht, haben die Mitglieder nun neue Motivation, neue Kontakte und Einblicke ins Spiel anderer Gruppen bekommen, ist sich Friedmann sicher. Wenn alles gutgeht, kann er sich dort wieder über „Sonnenschein und Hörnerklang“ freuen.