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Oft spähen Einbrecher ihr Zielobjekt vorher aus, bevor sie zuschlagen. Symbolbild dpa
Oft spähen Einbrecher ihr Zielobjekt vorher aus, bevor sie zuschlagen. Symbolbild dpa
15.08.2018

Sorge vor Kriminellen: Leserin berichtet von Unbekanntem im Haus

Pforzheim. Am selben Tag, an dem die PZ von Verdächtigen berichtet, die nachts Wohnhäuser ausspähen, trudelt am Mittwoch eine Polizeimeldung zu einer anderen miesen Masche ein. Und eine Leserin schildert ihre Beobachtungen.

Gleich zu mehreren Anrufen von einem angeblichen Polizeibeamten ist es am Dienstagabend im Bereich Pforzheim gekommen, wie Frank Otruba, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe in einer Mitteilung berichtet. In der Zeit von 21.30 Uhr bis 22.15 Uhr wurden in zumindest fünf der Polizei bekannt gewordenen Fällen Telefonanschlüsse in der Mäuerachstraße, Lukas-Moser-Straße und in der Porschestraße angewählt. Der Anrufer stellte sich als Polizist mit dem Namen „Brunner“ oder „Brandes“ vor und gab fälschlicherweise vor, dass zwei Einbrecher festgenommen wurden. Die Angerufenen sollen dabei als weitere potenzielle Einbruchsopfer ausgewählt worden sein, weshalb sich der angebliche Polizeibeamte nach Wertgegenständen und Bargeld erkundigte.

Die Masche ist nicht neu, die PZ hat mehrfach über ähnliche Vorfälle berichtet. Erst jüngst wurden Betrüger in diesem Zusammenhang am Pforzheimer Amtsgericht zu Haftstrafen verurteilt. In allen aktuellen Fällen waren die Betroffenen offenbar ausreichend sensibilisiert. Sie beendeten unverzüglich das Gespräch und verständigten die „richtige“ Polizei. Damit die Betrüger auch weiterhin erfolglos bleiben, sind laut Polizei folgende Hinweise zu beachten:

Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen und legen Sie einfach auf.

Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.

Beraten Sie sich mit Ihrer Familie oder vertrauten Personen.

Wählen Sie die 110 und teilen Sie den Sachverhalt mit. Benutzen Sie dabei nicht die Rückruftaste, falls die Nummer 110 übermittelt wurde, sonst landen Sie wieder bei den Tätern. Die Polizei ruft Sie niemals unter dem Notruf an.

Werden Sie misstrauisch bei Forderungen nach schnellen Entscheidungen, der Herausgabe von persönlichen Daten, Bargeld, oder Wertgegenständen.

Gewähren Sie keinesfalls Fremden Zutritt in Ihre Wohnung. Weitere Informationen unter: www.polizei-beratung.de.

Auf den erwähnten Bericht über die nächtlichen Beobachtungen, die zwei Frauen in Pforzheim und dem Enzkreis unabhängig voneinander gemacht haben, meldet sich am Mittwoch zudem eine weitere PZ-Leserin. Auch sie habe den Eindruck, ihr Haus werde beobachtet. Sie schildert der PZ-Redaktion eine Begegnung mit zwei Personen: Während die Frau die Nachbarhäuser mit dem Handy fotografiert habe, habe der Mann an einem Samstag gut gekleidet „wegen Strom“ um einige Minuten Zeit gebeten. Sie lehnte ab, woraufhin er wütend das Haus verlassen habe. Doch fünf Stunden später – die Haustüre stand offen, weil die Leserin gerade vom Einkaufen zurückgekommen war – sei der Mann durch die Tür an ihr vorbeigegangen. Dieses Mal habe er sich an die Mieter im Haus gewandt. Als man ihn abwies, habe er nach einem Glas Wasser gefragt. „Leider konnte ich nicht sehen, was er in der Zeit gemacht hat, als unser Mieter ihm das Glas Wasser geholt hat“, so die Leserin. Sorge bereitet ihr, „dass der Mann nach fünf Stunden wie aus dem Nichts wieder in unser Haus gelangte, genau zu dem Zeitpunkt als die Haustüre offen stand.“

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