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Buntes Treiben um Herzen der Stadt: Der Leopoldplatz ist nicht nur das Zentrum der Innenstadt und Hauptumschlagplatz der Bus-Pendler, sondern für viele Menschen auch ein Angstraum, den sie mit gemischten Gefühlen durchqueren.
Buntes Treiben um Herzen der Stadt: Der Leopoldplatz ist nicht nur das Zentrum der Innenstadt und Hauptumschlagplatz der Bus-Pendler, sondern für viele Menschen auch ein Angstraum, den sie mit gemischten Gefühlen durchqueren.
Vor dem Industriehaus treffen sich immer wieder Gruppen junger Männer.
Vor dem Industriehaus treffen sich immer wieder Gruppen junger Männer.
27.10.2017

Sorgen am Leo: Wenn aus Gefühlen ein Problem wird

Viele Bürger fühlen sich durch Gruppen, vor allem junger Männer, am Leo gestört oder belästigt. Und das, obwohl es dort in den vergangenen Wochen und Monaten zu keinerlei polizeibekannten Vorkommnissen kam. Während die einen nach mehr Sicherheit rufen, fühlen sich die anderen missverstanden.

Pforzheim. „Ich fühle mich in Pforzheim gar nicht mehr sicher“, sagt eine 15-Jährige, die anonym bleiben möchte. Oft werde man von Männergruppen angegafft, die sich am Leopoldplatz aufhielten. Sätze wie diese hören sowohl die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes als auch die am Leopoldplatz ansässigen Händler in letzter Zeit immer öfter. Es habe Beschwerden über die bloße Anwesenheit von Gruppen männlicher Personen mit Migrationshintergrund am Leopoldplatz gegeben, erklärt eine Sprecherin der Stadt auf PZ-Anfrage. Doch mehr als ein Gefühl des Unbehagens sei nicht vermeldet worden.

Die besagten Gruppen sind ebenfalls verunsichert. Das Gerücht von einem Verbot, sich am Leo zu treffen, macht innerhalb der Community die Runde. „Wir merken schon, dass die Leute schauen“, erklärt ein junger Iraker im Gespräch mit der PZ.. „Aber wir wissen nicht, warum.“ In ihrer Heimat sei es völlig normal, sich an öffentlichen Plätzen zu treffen.

Auch wenn es bislang keine strafrechtlich relevanten Vorkommnisse gegeben hat, nimmt die Stadt die Bedenken der Bürger dennoch ernst. So sei die Situation auch in großer Runde beim Allparteilichen Konfliktmanagement in Pforzheim (AKIP) diskutiert worden, heißt es aus dem Ordnungsamt . „Wenn Meldungen über Störungen auftauchen, beauftragen wir Sozialarbeiter, sich das vor Ort anzuschauen“, sagt Joachim Hülsmann, verantwortlich für den Bereich Sozialplanung beim Jugend- und Sozialamt. Was die Situation in der Innenstadt generell – und am Leopoldplatz im Speziellen – jedoch besonders mache, sei, dass nichts Konkretes vorfalle. „Da ist immer viel Gefühl dabei – und Gefühle sind immer schwer greifbar“, sagt Hülsmann. Als Brennpunkt möchte er den Leopoldplatz nicht bezeichnen. Dennoch hätten die Streetworker ein Auge darauf.

Für die ist die Arbeit vor Ort nicht leicht. Denn anders als früher im Schloßpark oder am Waisenhausplatz seien die Gruppen am Leopoldplatz immer andere, die Fluktuation am Dreh- und Angelpunkt der Innenstadt, der noch vor dem ZOB der zentrale Umschlagplatz für Buspendler ist, riesig. Entsprechend seien alle Nationalitäten und alle Altersgruppen vertreten. Seit zwei Jahren würden regelmäßig Teams aus Streetworkern verschiedener Stadtteile gemeinsam über den Platz laufen, erklärt Bernd Schön von der Mobilen Jugendarbeit Innenstadt. Denn um einen Zugang zu den Gruppen zu bekommen, brauche es einen Anknüpfungspunkt. „Wir können nur mit Menschen arbeiten, zu denen wir verlässlichen Kontakt haben, beispielsweise in der Beratung. Wenn wir niemanden in der Gruppe kennen, fehlt die Eintrittskarte, um in Kontakt zu treten“, so Schön. Auch die Polizei hat die Situation in der Innenstadt im Auge. „Seit Köln ist das Unbehagen in der Bevölkerung gegenüber größeren Gruppen gewachsen und das häufig in Verbindung mit Ausländern“, erklärt Thomas Fränkle, stellvertretender Leiter des Polizeirevier Pforzheim Nord. Den Bedarf an mehr Polizeipräsenz sieht er jedoch an ganz anderen Orten.

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Gaylord
29.10.2017
Sorgen am Leo: Wenn aus Gefühlen ein Problem wird

mmh, warum sollte die Stadt und die Polizei was unternehmen? Ist doch nur sexuelle Belästigung Minderjähriger. Nur wenn ich mich über diese Boygroups beschwere bin ich ein Rechtsradikaler...... Pforzheim versenkt sich in Lügen mehr...

helmut
29.10.2017
Sorgen am Leo: Wenn aus Gefühlen ein Problem wird

Versammlungen von Jugendlichen und auch Erwachsenen im Freien und Gaststätten waren früher Alltag in Deutschland als die Bürger noch ein Gemeinschaftsgefühl hatten und miteinander redeten. Da herrschte in den Städten bis zu den kleinsten Dörfern Leben und Treiben was die meisten User in Pforzheim vermissen wenn sie über Pforzebach schreiben wo nichts los ist. Dieses Kulturgut ist in Deutschland, wie mittlerweile in den südlichen EU Staaten, vollkommen ausgestorben. Deswegen gibt es bei uns ...... mehr...

Faelchle
29.10.2017
Sorgen am Leo: Wenn aus Gefühlen ein Problem wird

Asylsuchende, die noch keinen Bescheid haben, dürfen soweit mit bekannt ist, überhaupt nicht arbeiten. Für die anderen gibt es einen Dschungel von Zugangsbedingungen. Im kurier las ich, dass die Gemeinde in Huchenfeld einen Flüchtling beschäftigen wollte.Das wurde 2 mal von der zuständigen Behörde abgelehnt, dann ging es wieder um die Fahrtkosten von PF nach HU. Beim 3. Anlauf hat es endlich geklappt, und das nur unter strikten Auflagen. Da wünschte ich mir mehr Flexibilität von den ...... mehr...

Nordstädtler
31.10.2017
Sorgen am Leo: Wenn aus Gefühlen ein Problem wird

Soll auch so was wie ehrenamtliche Tätigkeiten (vielleicht sogar zur Bekämpfung von Langeweile und Strukturlosigkeit) geben. Oder bleiben diese ebenfalls aus behördlichen Gründen außen vor?... mehr...