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Sozialbürgermeisterin Monika Müller. Foto: Seibel
Sozialbürgermeisterin Monika Müller. Foto: Seibel
09.12.2016

Sozialbürgermeisterin Müller hält höhere Kita-Gebühren für vertretbar

Pforzheim. Mit Verständnis hat Sozialbürgermeisterin Monika Müller auf die Schreiben besorgter Eltern reagiert, welche die geplante Erhöhung der Kita-Beiträge um 15 Prozent sowie der Essensentgelte kritisierten. „Aus meiner Sicht sollte Bildung in jedem Alter für Kinder und Jugendliche kostenfrei und die Qualität von Bildungsangeboten so gut wie möglich sichergestellt sein“, antwortete sie. Leider sähen sich „alle politischen Ebenen derzeit außerstande“, dieses Ziel zu verwirklichen. Müller bittet die Eltern daher, ihre Belange auch bei Bund und Land vorzubringen: „Ich würde mich freuen, wenn Sie sich als Eltern dafür einsetzen würden, dass Kommunen entsprechend unterstützt werden, damit die Bildung von Kindern vor dem Schuleintritt eben weder vom Einkommen der Eltern noch von den finanziellen Rahmenbedingungen im jeweiligen Wohnort abhängen.“

Sowohl der Gesamtelternbeirat der evangelischen Kitas als auch ein Zusammenschluss von Müttern und Vätern auf dem Haidach hatten sich in einem Brief an die Stadt gewandt. Allzu gerne würde Müller „kostenfreie Bildungs- und Betreuungsangebote und zugleich eine ausreichende Zahl an Kita- und Krippenplätzen garantieren können“, schreibt sie.

Dennoch hält Müller eine Erhöhung mit Blick auf die Kindergartengebühren im Umland – in Gemeinden wie Niefern, Engelsbrand oder Kieselbronn fallen die Gebühren deutlich höher aus – sowie in anderen Großstädten für vertretbar. Sie wisse aber, dass diese „für manche Familien eine deutlich stärkere Belastung darstellen wird als für andere Familien“. Derzeit werden für 27 Prozent aller Kinder die Gebühren ganz oder teilweise übernommen.

Ungenaue Zahlen vorgestellt

Zugleich räumt Müller in einem Schreiben an die Gemeinderats-fraktionen ein, dass bei der Vorstellung der Bedarfszahlen bei Kitaplätzen während der Haushaltsberatungen eine wichtige Erläuterung versäumt worden sei. Der Prognose liege aufgrund einer „internen Umstellung“ fälschlicherweise eine deutlich größere Gruppe an Kindern zugrunde. So sei „die Zahl der prognostisch möglichen Fehlplätze vergleichsweise hoch ausgefallen“.

Wie viele Plätze tatsächlich fehlen, wollen das Amt für Bildung und Sport und die Statistikstelle demnächst in abschließenden Zahlen vorlegen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Stadt ihre Zahlen korrigieren muss: Die letzten stammen von Ende November. Noch im Juni hatte man demgegenüber einen deutlich geringeren Bedarf prognostiziert. So oder so ist es laut Müller „dringend erforderlich, den Ausbau von Krippe- und Kitaplätzen sehr engmaschig zu begleiten, um die Ausbauplanung immer wieder nachjustieren und anpassen zu können“.

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