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Dachterrasse mit Ausblick: Armin Maisch, Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, Architekt Richard Hofsäß und Oliver Lamprecht begutachten das neue Gebäude an der Berliner Straße 26.  Foto: Moritz 

Sozialwohnungen mit Dachterrasse: An der Berliner Straße ziehen bald die ersten Mieter ein

Pforzheim. Die vielbefahrene Berliner Straße ist als Wohnadresse eine echte Herausforderung: Stadtbau-Architekt Richard Hofsäß ist es in knapp zwei Jahren Bauzeit gelungen, ein Klinkergebäude mit 23 sozial-geförderten Wohnungen mit 47 bis 79 Quadratmetern zu errichten, welches das Grundstück klug ausnutzt und den Wohnraum mit Hilfe von Fluren von der Straße abschottet.

„Eine ökonomische Grundrissorganisation mit einer Teilunterkellerung sowie ein sparsamer Umgang mit den Ressourcen haben uns etwas Luft verschafft für gut belichtete Flure mit interessanten Ausblicken, welche zu kleinen Hausgemeinschaften einladen“, sagt er.

Auch bei den kleinen Wohnungen sei auf Helligkeit geachtet worden, Loggien seien aus jedem Wohnraum zugänglich. Drei Dachgeschosswohnungen mit großer Terrasse ermöglichen einen Blick über die Stadt. Der Gestaltungsbeirat hatte für die Planung seinerzeit grünes Licht gegeben. Doch es gab bei dem 4,7 Millionen Euro teuren Vorhaben einige kostentreibende Unwägbarkeiten wie die 14 Meter tiefen Bohrpfahlgründungen und das Fundament des Nachbarhauses, das Umplanungen erforderlich machte. Die Mehrkosten musste der Architekt ausgleichen, um für eine durchschnittliche Kaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter wirtschaftlich zu bleiben. Das habe Hofsäß durch die präzise Vorplanung erreicht, lobt der kaufmännische Geschäftsführer Armin Maisch.

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Die Klinkerfassade passt sich gut dem Straßenraum an. Foto: Moritz

Die Übergabe findet in den nächsten Tagen statt. Alle 23 Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen des viergeschossigen Baus mit  Parkplatz für Autos und Räder sind bereits vermietet. Voraussetzung ist ein Berechtigungsschein. „Wir haben uns  die Mieter aus der langen Warteliste für eine unserer Wohnungen ausgesucht“, erklärt Maisch. Für die Aufsichtsratsvorsitzende Sibylle Schüssler zeige das Beispiel, dass sozialer Wohnungsbau sehr wohl mit Hilfe des entsprechenden Landesförderprogramms leistbar sei. Sie kämpft aktuell für eine soziale Quote im Neubaubereich – und erntet Gegenwind.

OB Peter Boch hatte deshalb den Beschluss in der letzten Gemeinderatssitzung von der Tagesordnung genommen. Die Stadtbau ist für die Kommune der einzige zuverlässige Partner, wenn es um die Realisierung von sozial-geförderten Bauten geht. Sie errichtet auch am Krummen Weg bis Ende des Jahres 50 geförderte Einheiten. Oft genug ringt sie um die Kosten: Naturschutzauflagen verteuerten etwa das Vorhaben Eisenbahnstraße, dessen zweiter Bauabschnitt 2018 fertig wurde. An der durch den Hang schwierig zu bebauenden Calwer Straße entstehen bis nächstes Jahr 70 solcher Wohnungen. Auch das ist bei gedeckelten Mieten finanziell schwierig für die Stadtbau. Denn dort müsse man eine teure Tiefgarage bauen, erklärt der technische Geschäftsführer Oliver Lamprecht.

Martina Schaefer

Martina Schaefer

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