nach oben
Erste potenzielle Interessenten für die St.-Maur-Halle haben laut Wirtschaftsförderung bereits vorgefühlt. Foto: Seibel
Erste potenzielle Interessenten für die St.-Maur-Halle haben laut Wirtschaftsförderung bereits vorgefühlt. Foto: Seibel
21.12.2016

Sparmaßnahmen: Stadt will St.-Maur-Eishalle verkaufen

Pforzheim. Deutliche Veränderungen ergeben sich im Zuge der Sparmaßnahmen der Stadt zur Haushaltssicherung beim Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) und der Pforzheim Kongress- und Marketing GmbH (PKM). Neben der Streichung von Messeauftritten und Personalstellen sowie der Verkleinerung der Innotec-Flächen an der Blücherstraße sticht im Wirtschafts- und Teilstellenplan 2017, den der Gemeinderat gestern in seiner letzten Sitzung des Jahres verabschiedet hat, vor allem eines ins Auge: die Zukunft zweier Hallen.

Über die des CongressCentrums (CCP) ist bereits vielfach gesprochen worden. Nach PZ-Informationen wurde gestern nicht wie geplant im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung über Verkauf oder Behalten des Veranstaltungsgebäudes beschlossen. Die Entscheidung wurde an den Wirtschaftsförderungsausschuss verwiesen, nachdem eine Fraktion noch Beratungsbedarf hatte.

Anders sah es beim Verkauf der St.-Maur-Halle aus, der hingegen bislang kein Thema in der öffentlichen Diskussion gewesen war. Es werde eine Vollintegration der PKM in den WSP angestrebt, heißt es in der behandelten Vorlage: „Ausgangslage ist hierbei die Annahme, dass die St.-Maur-Halle zur Jahresmitte 2017 verkauft sein wird und somit nicht mehr durch die PKM betrieben wird, das CCP jedoch im Aufgabengebiet des WSP verbleiben wird – allerdings mit effizienterer Betriebsführung.“

Der WSP rechnet für das kommende Jahr mit einem Verlust und damit städtischen Zuschussbedarf von insgesamt rund 7,63 Millionen Euro. Allein der Zuschuss der PKM für das CCP liegt laut dem Bericht bei mehr als 2,16 Millionen Euro, für die St.-Maur-Halle bei 118 875 Euro. Dieser soll sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der geplanten Einsparungen um rund 505 125 Euro reduzieren.

Insgesamt liege der WSP – ohne Nachbesetzung der Stellen von dual Studierenden, mit reduziertem Personalaufwand im CCP und dem Verzicht auf eine virtuelle Karrieremesse – laut WSP-Chef Oliver Reitz dann 611 000 Euro niedriger als 2016. Die SPD-Fraktion hatte beantragt, dass in diesem Bereich 50 000 Euro mehr als ursprünglich angesetzt eingespart werden. Der Gemeinderat stimmte dem Plan unter diesen Vorgaben mehrheitlich zu.

Potenzielle Interessenten

Was die Eishalle in der Oststadt angeht, so bestätigte WSP-Chef Oliver Reitz auf PZ-Nachfrage den angestrebten Verkauf: „Wir haben den Auftrag aus dem Haushaltskonsolidierungskonzept, das im Sommer verabschiedet wurde, einen Käufer zu suchen.“ Man habe bereits eine Marktsondierung vorgenommen, sich in anderen Städten über den Umgang mit Eishallen informiert und mit der hiesigen Eissportszene gesprochen. Die Ausschreibung für den Verkauf der St.-Maur-Halle sei vorbereitet und werde Anfang des kommenden Jahres erfolgen, so Reitz. Diese beinhalte eine Zweckbindung als Eishalle. Wer als möglicher Käufer infrage kommt, verrät der WSP-Chef noch nicht. Nur so viel: „Es gab bereits mehrere Nachfragen potenzieller Interessenten.“

Präzisionstechnik muss warten

Nach einer Entscheidung des Gemeinderats über den Eigentumserwerb des CCP müssten Erfolgs-, Vermögens- und Finanzplan an das jeweilige Szenario angepasst werden. Gleiches gelte für das die angestrebte Umsetzung des Zentrums für Präzisionstechnik. Für dieses sind im kommenden Jahr lediglich PR-Kosten sowie eine Stellenbesetzung ab Oktober 2017 eingestellt. Für 2018 sind 2,7 Millionen und im Jahr darauf noch einmal eine Million Euro vorgesehen (die PZ berichtete).

Leserkommentare (0)