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Erhoffen sich Erfolge von der Eseltherapie: Angie Trautz (rechts) von „Freunde fürs Leben“ und Susi Nikolaus, Wirtin der „Amalienstube“ (Mitte), mit Maja und ihren Eltern Sandra und Ferruccio Esterer. Foto: Falk
Erhoffen sich Erfolge von der Eseltherapie: Angie Trautz (rechts) von „Freunde fürs Leben“ und Susi Nikolaus, Wirtin der „Amalienstube“ (Mitte), mit Maja und ihren Eltern Sandra und Ferruccio Esterer. Foto: Falk
26.12.2016

Spende der „Amalienstube“ für Kindern und eine tierische Lernhilfe aus Remchingen

Pforzheim. Schon in der Weihnachtsgeschichte spielt der Esel im Stall in Bethlehem eine Rolle. Am Samstag standen in Brötzingen zwei Esel im Mittelpunkt. Willi und Tom besuchten mit Besitzerin Angie Trautz die „Amalienstube“. Anlass für den Besuch: Seit zehn Jahren lädt Susi Nikolaus, Wirtin der „Amalienstube“, zum Frühschoppen am Morgen des Heiligen Abends ein. Die Gäste, neben Brötzinger Bürgern auch Unternehmer aus ganz Pforzheim, treffen sich zum gemeinsamen Essen und Beisammensein. Kosten tut der Vormittag nichts, dafür wird fleißig gespendet.

Die Spenden, zusammenkommen, fließen an einen wohltätigen Zweck. „Uns ist nur wichtig, dass es in der Region bleibt“, sagt Nikolaus. In diesem Jahr kommt ein Teil des Geldes der Arbeit von Willi und Tom zugute. „Freunde fürs Leben“ heißt die Institution, die Angie Trautz, Vorsitzende des Bunds der Selbstständigen Remchingen, in Leben gerufen hat. Das Projekt soll lernschwachen und -behinderten Kinder helfen. „Wir wollen die Familien unterstützen, die sich eine Therapie selbst nicht leisten könnten“, erzählt Trautz.

Streicheln, Füttern, Pflegen

Gemeinsam mit den Kindern kümmern sich Trautz und Lerntherapeutin Simone Zorn um die Esel: Streicheln, füttern, pflegen, Spazierengehen – die Vierbeiner sollen den Kindern dabei helfen, den Kopf frei zu bekommen. „Nicht jeder Esel ist als Therapietier geeignet“, weiß Trautz. Willi und Tom, die auf einem Bauernhof in Keltern untergebracht sind, aber schon. Die beiden sind junge Menschen gewöhnt,

„Tom wurde von Kindern gefunden“, erzählt Trautz. Sie selbst habe auch viel mit Kindern zu tun, engagiert sich beim Remchinger Weihnachtsdorf und dem Ferienprogramm der Gemeinde. So entstand auch der Kontakt zu den drei Kindern, denen mit den Spenden vom Samstag die Eseltherapie ermöglicht werden soll.

Eines davon ist Maja-Kekona Esterer. Die Zwölfjährige ist aufgrund eines Schlaganfalls nach der Geburt körperlich und geistig behindert, leidet unter anderem an Epilepsie. Die Therapie mit Willi und Tom soll ihr helfen. „Wir hoffen, dass ihr das Ausgleich und Ruhe bringt“, sagt Mutter Sandra Esterer. Maja und zwei weitere Kinder sind die ersten, denen eine Therapie mit Willi und Tom ermöglicht wird, viele weitere sollen aber noch folgen. Die 300 Euro, die für jedes der Kinder am Samstag gesammelt wurden, werden für den Unterhalt der Esel und Therapiemittel benötigt. Trautz und Lerntherapeutin Zorn begleiten die Therapie ehrenamtlich.