Olaf Spende Kinderschutzbund
Beim Kinderschutzbund gibt es dank der Spenden Schulmaterialien für bedürftige Familien: Susanne Knöller, Vorsitzende von „Menschen in Not“, Geschäftsführerin Doris Möller-Espe und Chefredakteur Marek Klimanski (von links) tragen die Sachen zusammen.  Foto: Meyer 

Spendenaufruf nach Todesfall in PZ-Redaktion: Eine Aktion ganz in Olafs Sinne

Pforzheim. Es ist ganz besonderer Termin, zu dem Doris Möller-Espe, Geschäftsführerin des Kinderschutzbund Pforzheim Enzkreis, PZ-Chefredakteur Marek Klimanski und Susanne Knöller, Vorsitzende von „Menschen in Not“, zusammenkommen: Die bei der PZ-Hilfsaktion eingegangenen Spendengelder in Höhe von 2045 Euro nach dem plötzlichen Tod von Olaf Lorch-Gerstenmaier gehen an den Kinderschutzbund – Schulmaterialien für Kinder armer Familien stehen dort nun bereit.

„Die Spendenhöhe hätte ihn sehr gefreut, weil ihm wichtig war, dass Kinder – unser aller Zukunft – noch dazu benachteiligte – unsere Unterstützung brauchen. Olaf hatte einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und hat sich immer und egal wo für Chancengleichheit eingesetzt“,

sagt Olafs Frau, Claudia Gerstenmaier.

Wo Ungerechtes geschah, habe er „die Feder gespitzt, um auf Missstände aufmerksam zu machen und so für eine Änderung zu sorgen“. „Es ist ein trauriger Anlass, aber ich freue mich, dass so viele Kinder davon profitieren können“, sagt Doris Möller-Espe. Hier schließe sich der Kreis. Gerade sei eine afghanische Familie mit acht Kindern beim Kinderschutzbund gewesen und habe ihre Materiallisten abgearbeitet.

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Pforzheim

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„Dabei habe ich mich an die Bilder in der PZ erinnert, die Olaf Lorch-Gerstenmaier auf Reportage in Afghanistan zeigen.“ Ob es Schulen in Afghanistan waren oder Kinderarbeit in Südamerika oder traumatisierte Jugendliche in Bergkarabach oder Ex-Jugoslawien:

„Olaf wollte wissen, wie sie leben, was ihnen wichtig ist, welche Ziele und Träume sie im Beruf haben. Wo möglich hat er sie unterstützt. Wir haben über viele Jahre Patenkinder in der Dritten Welt gehabt“,

berichtet Claudia Gerstenmaier.

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Region

„Menschen in Not“ fördert Abenteuerspielplatz beim Sperlingshof

Arme Familien erhalten vom Staat – mit viel bürokratischem Aufwand – durch das Bildung- und Teilhabe-Paket pro Kind 100 Euro Hilfe zum Schuljahresanfang.

„Gerade erste und fünfte Klasse sind Meilensteine und da braucht man mindestens das Dreifache – Schulranzen, Sporttasche, Sportsachen, Sammelmappen, Folienstifte, Wasserfarbkästen bestimmter Hersteller sind nur einige Beispiele“,

so Möller-Espe weiter.

Die Kinder, die ohne diese Materialien in die Schule gingen, werden von den Lehrern gerügt. Ihr Appell geht an Lehrerinnen und Lehrer, damit sie überlegen, was das für Familien bedeutet, die nicht wissen wie sie ihre Wohnung heizen oder ihre Nebenkosten bezahlen sollen.

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Jedes fünfte Kind in Pforzheim lebt bereits jetzt in Armut. „Nach grober Schätzung ist inzwischen aber jedes dritte Kind davon betroffen, dass in Familien der Gürtel eng geschnallt wird und manches nicht mehr selbstverständlich ist“, so die Geschäftsführerin. Möller-Espe favorisiert eine Sammelbestellung der Schulen. Die Familien, die es sich leisten können, bezahlen das Paket, und wer es nicht kann, erhält es kostenfrei. „Wir haben in Baden-Württemberg Lernmittelfreiheit. Eigentlich sollte kein Kind für Unterrichtsmaterialien bezahlen müssen.“