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Einsatzbereit in der Rettungswache an der Kieselbronner Straße: Die Notfallsanitäter Jürgen Holzinger und Sascha Pietsch sowie der stellvertretende Rettungsdienstleiter Thomas Göttenauer (von links) zeigen die Spezialtrage und den Raupenstuhl des Schwerlast-Transporters.
Einsatzbereit in der Rettungswache an der Kieselbronner Straße: Die Notfallsanitäter Jürgen Holzinger und Sascha Pietsch sowie der stellvertretende Rettungsdienstleiter Thomas Göttenauer (von links) zeigen die Spezialtrage und den Raupenstuhl des Schwerlast-Transporters.
20.01.2019

Spezial-Rettungswagen des DRK transportiert auch extrem Übergewichtige

Pforzheim. Er kommt, wenn es für die anderen zu schwer wird: Wie damals, als ein Mann plötzlich bei der Autowäsche zusammenbrach. Da war für Notarzt und Sanitäter schnell klar, dass ein normaler Rettungswagen nicht reicht, um den wiederbelebten Mann ins Krankenhaus zu bringen. Denn er war viel zu schwer.

Feuerwehr hilft mit Drehleiter

Ein Fall also für das Fahrzeug mit dem Rufnamen 1/83-9. Es kommt immer dann zum Einsatz, wenn Menschen, die mehr als 180 Kilogramm wiegen, oder aufgrund ihrer Körperfülle nicht transportiert werden können. Seit Februar 2017 ist der Schwerlast-Transporter (S-RTW) in der Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an der Kieselbronner Straße 46 stationiert. Und hat seitdem 58-mal stark übergewichtige Menschen transportiert, 14-mal als Notfalleinsatz.

Das 4,9-Tonnen schwere Fahrzeug, für dessen Bedienung die Rettungskräfte noch den Zusatzführerschein C1 brauchen, ist mit einem größeren Tragetuch mit Gleitkufen, einer bis zu 300 Kilogramm belastbaren Spezialtrage, einem Raupenstuhl zum Transport über die Treppe und größeren Blutdruckmanschetten ausgestattet. In gut einem Drittel der Fälle, so schätzt Thomas Göttenauer, stellvertretender Rettungsdienstleiter beim DRK-Kreisverband Pforzheim-Enzkreis, reicht es jedoch nicht aus, wenn nur der S-RTW zu einem Notfall oder einem geplanten Transport ins Krankenhaus kommt. Dann braucht es die Unterstützung der Feuerwehr.

Die hilft mit Drehleiter und Kran, um einen stark adipösen Patienten beispielsweise aus dem dritten Stock hinunter zum Spezial-Fahrzeug zu bringen. „Und wenn man zu zehnt 200 Kilo heben muss, statt zu viert, ist das auch deutlich angenehmer“, schildert Göttenauer.

In den meisten Fällen sei der Transport der extrem Übergewichtigen jedoch unspektakulär. Denn man versuche, dies so unauffällig wie möglich zu machen, um den Patienten die unangenehme öffentliche Situation zu ersparen. Schließlich fielen diese ohnehin schon durch ihre Körperfülle auf.

Dass die Zahl der Menschen mit extremem Übergewicht in den westlichen Gesellschaften ständig zunimmt, hat laut Wolfgang Kramer, DRK-Landesarzt und Präsident des hiesigen DRK-Kreisverbandes, verschiedene Gründe. „Ursachen sind genetische oder psychosoziale Faktoren, Medikamenteneinnahme, Bewegungsmangel oder schlichtweg falsche Ernährung. Ihre Anzahl hat sich in Deutschland binnen 20 Jahren verdoppelt.“

Mehr lesen Sie am Montag 21. Januar in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.