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Bruno Kohl und Tochter Susanne (im Rollstuhl) freuen sich mit Katja Weber (Sparkasse), Rosalba Caballo, Sylke Toscan, Bürgermeisterin Monika Müller und „Menschen in Not“-Vorsitzender Susanne Knöller (von links).
Bruno Kohl und Tochter Susanne (im Rollstuhl) freuen sich mit Katja Weber (Sparkasse), Rosalba Caballo, Sylke Toscan, Bürgermeisterin Monika Müller und „Menschen in Not“-Vorsitzender Susanne Knöller (von links).
11.10.2017

„Spielplatz für alle“ in den Enzauen mit neuen Geräten eingeweiht

Für Rosalba Caballo, Mutter der vierjährigen Valeria, die seit Geburt an Spinaler Muskelatrophie (SMA) erkrankt ist, geht ein Traum in Erfüllung. Denn auf ihren Vorschlag hin, fanden vor rund zwei Jahren die ersten vorbereitenden Treffen in den Räumen der Sterneninsel statt. „Integration funktioniert nur, wenn behinderte Kinder an der Normalität teilhaben dürfen“, erzählt sie. Fast den Tränen nahe.

Und nun steht sie dort. Im Enzauenpark. Beim Spielplatz in der Nähe des Wasserspielplatzes. Hier gibt es nun den zweiten „Spielplatz für alle“, in der Stadt. Alle heißt wirklich alle: jung, alt, behindert, ohne Einschränkung, groß, klein, dick, dünn.

Bürgermeisterin Monika Müller ist überwältigt: „Innerhalb von zwei Jahren konnte das Projekt realisiert werden. Zum einen, dank der Initiatoren rund um Rosalba Caballo und der Initiative Förderung Behinderter Menschen, zum anderen dank der Sponsoren“, so Müller. Von Seiten der PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ wurde ein Karussell im Wert von 26 500 Euro finanziert. Die Sparkasse Pforzheim Calw übernahm den Bau einer Hängebrücke im Wert von 5000 Euro.

Sylke Toscan und Bruno Kohl von der Initiative Förderung Behinderter Menschen (Föbi) Pforzheim-Enzkreis freuen sich über die Aufwertung des Spielplatzes. „Der erste Schritt ist geschafft. Aber das ist erst ein Anfang. Hoffentlich werden noch viele Spielplätze angepasst.“ Wichtig sei aber auch gewesen, dass die Bevölkerung über die Problematik aufgeklärt wurde. „Jetzt gibt es mehr Verständnis.“ Beide waren mit Kindern mit Behinderung bereits im Wildpark. Dort steht seit kurzem das baugleiche Karussell, wie es im Enzauenpark Platz gefunden hat. „Und im Wildpark ist die Frequenz bereits riesig.“

Rosalba Caballo kann mit ihrer Valeria allerdings nicht so einfach auf den Spielplatz kommen. Sie wohnt ihn einer Mietwohnung in Pforzheim im dritten Stock – ohne Aufzug. „Wenn Valeria zum Arzt muss, dann dauert der Transport des Mädchens mit Sauerstoffgerät durchs Treppenhaus rund eine halbe Stunde“, erklärt Dorothea Grüne, Betreuerin von der Sterneninsel. „In jede Richtung.“ Deshalb ist sie mit ihrer Klientin schon lange auf der Suche nach einer Wohnung im Erdgeschoss. Wenn diese gefunden ist, dann kommt auch die Initiatorin mit ihrer Tochter zum „Spielplatz für alle“.