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Eine 60-Jährige soll ihren Nachbarn mit einer Spitzhacke angegriffen haben.
Eine 60-Jährige soll ihren Nachbarn mit einer Spitzhacke angegriffen haben. © Symbolbild: dpa
20.09.2011

Spitzhacken-Prozess: Spekulation um Schuldfähigkeit

Pforzheim. Die Hauptverhandlung bezüglich der Anklage gegen Erna K. (alle Namen von der Redaktion geändert) wurde zur weiteren Beweisaufnahme auf den 10. Oktober vertagt. Es soll entschieden werden, ob die Angeklagte für schuldunfähig befunden und ob ihr Aufenthalt in einer Nervenklinik verlängert werden soll.

Obwohl es bereits seit 2006 immer wieder Unstimmigkeiten und Konflikte zwischen Erna K. und ihren Nachbarn gab, sind vor allem zwei Vorfälle maßgeblich für die Hauptverhandlung von Bedeutung: Am 22. Dezember 2009 soll die 60-Jährige, nachdem sie von Ernst J. darauf angesprochen wurde, warum sie mit den Türen knalle und an ihrer eigenen Wohnungstür Sturm klingle, ihren Nachbarn mit einer Spitzhacke angegriffen und anschließend seine Wohnungstür beschädigt haben. Am 10. August 2010 hatte Erna K. ihre Nachbarn während des Essens belästigt und anschließend im gemeinsamen Garten randaliert. Dann ging sie unter anderem mit einem Kugelgrilldeckel auf ihren Nachbarn los und stieß Beleidigungen und Drohungen aus. Dabei wurde sie mit dem Handy gefilmt. Der psychologische Gutachter hält die Steuerfähigkeit der Angeklagten durch ihren Verfolgungswahn für beeinträchtigt und empfiehlt daher ihren weiteren Aufenthalt in einer Nervenklinik. Ihr Anwalt betrachtet die vergangenen sechs Monate, die die 60-Jährige bereits in der Klinik verbracht hat, als ausreichend. leb