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Tut doch gar nicht weh: Dr. Wolfgang Ballarin und Krankenschwester Tanja Röh (rechts) kümmern sich um die medizinische Versorgung der Flüchtlinge.
Tut doch gar nicht weh: Dr. Wolfgang Ballarin und Krankenschwester Tanja Röh (rechts) kümmern sich um die medizinische Versorgung der Flüchtlinge.
07.12.2015

Sprechstunde im Flüchtlingsheim – Asylsuchende sollen Grippeimpfung erhalten

Richtig viel Andrang herrscht im provisorischen Sprechzimmer bei Dr. Wolfgang Ballarin in der Flüchtlingsunterkunft im Thales-Gebäude vor allem dann, wenn Neuankömmlinge bei ihm Hilfe suchen. Denn oft sei die medizinische Versorgung in den Erstaufnahmestellen vorher nur schwer zu bewerkstelligen, sagt Sozialbürgermeisterin Monika Müller.

Noch leben auf dem ehemaligen Firmengelände rund 50 Menschen, bis zu 450 sollen es werden. Dann werde es, so Ballarin, wohl auch nicht mehr ausreichen, die Sprechzeiten auf die Montagvormittage von 9 bis 12 Uhr zu begrenzen. Wie bei Thales ist auch in der Unterkunft im ehemaligen St. Trudpert Klinikum ein Behandlungsraum eingerichtet worden. Bis zu 20 Menschen nutzen die Sprechstunden.

Ausgestattet ist das Zimmer im Thales-Gebäude, in dem der Arzt im Ruhestand mit Krankenschwester Tanja Röh Patienten empfängt, nur mit dem Nötigsten. Eine Behandlungsliege, keine technischen Geräte. Der Rezeptblock und Behandlungsscheine für niedergelassene Ärzte oder das Krankenhaus sind die wohl wichtigsten Utensilien. Die Patienten an niedergelassene Spezialisten zu vermitteln, ist Aufgabe der Diakonie. Wenn es akute Fälle seien, nutze er seine Kontakte im Kollegenkreis, sagt Ballarin. Einmal bei einem Arzt aufgenommen, ist dieser für das ganze Quartal für den Asylsuchenden zuständig. Wie das Sozialministerium mitteilte, sollen Flüchtlinge bald einen umfassenden Impfschutz in den Erstaufnahmestellen erhalten. Bislang war dies nicht der Fall. „Wir haben hier schon geimpft wie die Weltmeister“, lässt Ballarin wissen.

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