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18.07.2017

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Waffennarren

Der Fall hatte im Januar Schlagzeilen gemacht: Auf einem Gartengelände bei Keltern hatten Spezialkräfte der Polizei einen Pforzheimer festgenommen, der zu einem Karlsruher Prozess um die Verletzung von Unterhaltspflichten nicht erschienen war. Die Karlsruher Richter hatten den Mann als mutmaßlichen „Reichsbürger“ bezeichnet.

Bei seiner Festnahme war der Pforzheimer mit einer geladenen, scharfen Pistole und mit einem Messer bewaffnet gewesen. Bei einer späteren Durchsuchung fanden sich in seinem Besitz unter anderem eine Pumpgun, Butterfly-Messer, Wurfsterne, Munition und anderes mehr. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Pforzheim gegen den Mann Anklage ans Schöffengericht erhoben.

Der Vorwurf lautet auf Verstöße gegen das Waffengesetz, so Bernhard Ebinger, der Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Dabei sei schon allein das verbotene Führen der geladenen Pistole ein Verbrechenstatbestand, bei dem eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr im Raum stehe. Dazu kämen in diesem Fall viele weitere verbotene Waffen. Nicht Gegenstand der Anklage ist die Frage nach den Beweggründen für den Waffenbesitz, so Ebinger. „Das wäre eine Frage des Hauptverfahrens.“

Ob dieses Verfahren eröffnet wird und wann der Prozess stattfindet, muss nun das Amtsgericht Pforzheim klären. Noch habe man die Frist abgewartet, die dem Beschuldigten bleibe, um sich zur Anklage zu äußern, sagt Amtsgerichtsdirektor Oliver Weik. In den nächsten Wochen werde nun über eine Hauptverhandlung entschieden. Einen Termin dafür gebe es aber dieses Jahr nicht mehr.