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Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob der Sturz eines Mannes in einem Pforzheimer Polizeirevier mit seinem Tod in Zusammenhang steht. 

Staatsanwaltschaft ermittelt: Mann stirbt nach Sturz in Polizeirevier in Pforzheim

Pforzheim/Stuttgart. In der Nacht des 4. Mai ist nach Polizeiangaben von diesem Freitagnachmittag aus bislang ungeklärter Ursache ein 46-jähriger Mann in seiner Wohnung in der Durlacher Straße in Pforzheim zusammengebrochen. Reanimationsmaßnahmen des hinzugezogenen Rettungsdienstes blieben erfolglos, sodass der Mann verstarb. Wenige Tage zuvor sei der Mann im Polizeirevier Nord gewesen, wo er stürzte. Nun werde überprüft, ob sein Tod mit diesem Vorfall in Verbindung steht.

Der Verstorbene war demnach im Laufe des Tages am 4. Mai in einem Krankenhaus in Pforzheim wegen einer Erkrankung behandelt worden. Eigenen Angaben zufolge hatte sich der Mann zudem bei einem Treppensturz verletzt. Entgegen dem Anraten der Ärzte entließ sich der Mann trotz bestehender Lebensgefahr selbst aus dem Krankenhaus.

Die Lebensgefährtin des Verstorbenen gab an, dass kein Treppensturz ursächlich für die Verletzungen sei. Sie vermute ein Einwirken durch Polizisten vier Tage zuvor. Demnach hatten die Beamten bei der Überprüfung der Angaben der Lebensgefährtin festgestellt, dass der Verstorbene am 29. April einer Personenkontrolle unterzogen worden war. Dabei entdeckten die Polizisten Betäubungsmittel bei dem Mann und stellten diese sicher. Am Folgetag suchte der Betroffene das Polizeirevier Pforzheim-Nord auf und forderte die Herausgabe der bei ihm sichergestellten Beweismittel.

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Dem Mann, einem deutschen Staatsbürger, wurde nach Angaben der beteiligten Polizeibeamten ein Platzverweis erteilt, welchem er nicht nachgekommen sei. Daraufhin sei er nach vorheriger Androhung unter Anwendung unmittelbaren Zwanges aus dem Revier geschoben worden und im Eingangsbereich gestürzt. Nachdem er keine Verletzungen geltend gemacht habe und auch keine festgestellt worden seien, habe sich der Betroffene von der Örtlichkeit entfernt.

Durch die Staatsanwaltschaft Karlsruhe - Zweigstelle Pforzheim - wurde nun ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet, in dem geprüft wird, ob der Anfangsverdacht einer Straftat besteht.

Die bisherigen Überprüfungen und die Angaben der Ärzte des Krankenhauses deuten derzeit auf die langjährige Suchtmittelabhängigkeit und den hieraus resultierenden gesundheitlichen Zustand des Mannes als Todesursache hin. Ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Sturz und dem Todesgeschehen scheint daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gegeben. Im Zuge der Vorermittlungen soll die vom Amtsgericht Pforzheim angeordnete Obduktion nicht nur eine eindeutige Klärung dieser Frage sowie der Todesursache, sondern auch Aufschluss über etwaige körperliche Verletzungen des Geschädigten erbringen.

In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft in Pforzheim übernahm das Landeskriminalamt Baden-Württemberg die Bearbeitung des Vorgangs.