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Flinke Finger stapeln Becher - und das in einem abenteuerlichen Tempo. Der 1. Goldstadt-Stack im VolksbankHaus Pforzheim warein voller Erfolg.
Flinke Finger stapeln Becher - und das in einem abenteuerlichen Tempo. Der 1. Goldstadt-Stack im VolksbankHaus Pforzheim warein voller Erfolg. © Bechtle
Räumte am Ende den Siegerpokal ab: Son Nguyen (links) mit seinem Cousin Bien bei einem Doppel. Foto: Bechtle
Räumte am Ende den Siegerpokal ab: Son Nguyen (links) mit seinem Cousin Bien bei einem Doppel. Foto: Bechtle
Wer beim Becherschnellstapeln, dem sogenannten „Stacking“ als Schiedsrichter fungiert, muss Fehler in Sekundenbruchteilen erkennen können. Foto: Bechtle
Wer beim Becherschnellstapeln, dem sogenannten „Stacking“ als Schiedsrichter fungiert, muss Fehler in Sekundenbruchteilen erkennen können. Foto: Bechtle
18.11.2012

Stacking-Contest: Flinke Finger, klackende Becher

Der erste Stacking-Contest in Pforzheim, ein Wettbewerb im blitzschnellen Becherstapeln, war voller Erfolg. Zu dem Wettkampf im VolksbankHaus sind Teilnehmer aus ganz Deutschland und der Schweiz angereist.

Stacking, zu Deutsch Becherstapeln, erfordert keine besondere körperliche Fitness, keinen großen Geldbeutel und birgt kaum Verletzungsgefahr. Ob Kleinkind oder Senior, wer zwei gesunde Hände hat, kann mitmachen. Ein speziell für die junge und schnell wachsende Fun-Sportart designtes Becherset erhält man bereits für ein paar Euro. Ein Manko allerdings barg die Sportart bis vor kurzem noch, zumindest für die Sportler aus Pforzheim: Sich in einem Wettkampf mit anderen Stackern zu messen, war nur für jene möglich, die Wege von bis zu 300 Kilometern auf sich nahmen. Doch das hat der 21-jährige Ruben Kehl nun geändert und im VolksbankHaus Pforzheim mit dem Verein „Bürger in der Schule aktiv“ (BiSa) den ersten „Goldstadt Stack“ ausgerichtet.

Unterstützt wird die Veranstaltung, die künftig wohl einmal im Jahr stattfinden soll, von den Stadtwerken und der Volksbank Pforzheim. Aber auch der Verein und zahlreiche Stacker aus Kehls Heimatstadt Crailsheim haben zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen. „Wir waren sicherlich um die 60 Helfer“, so Kehl im Rückblick.

Sport für Jedermann

Aus allen Ecken hört man das Klackern der Plastikbecher an diesem Samstag und ein reges Stimmengewirr erfüllt die Halle. 120 Teilnehmer sind aus der gesamten Bundesrepublik und der Schweiz angereist. Der Jüngste unter ihnen ist gerade vier Jahre alt: Colin Engelmann. Damit der Nachwuchs-Stacker die richtige Höhe für das rasante Stapeln erreicht, darf er auf einer Kiste stehen. Für andere geht es da schon etwas ernster zu: Das „Goldstadt Stack“ ist nämlich auch Qualifikationsturnier für die Deutsche Meisterschaft, die am 23. Februar im hessischen Butzbach ausgerichtet wird. Das „Sport Stacking Team Butzbach“ (SST) war der erste Stacking-Verein in Deutschland. Auch Kehl ist Mitglied im SST, obwohl er in Pforzheim lebt und an der Hochschule BWL studiert.

Trainiert wird aber meist bei seinen Eltern in Crailsheim. „Ich will den Leuten im Wohnheim nicht auf die Nerven gehen“, sagt er. Da verzichtet der dreifache Weltmeister lieber auf ein paar Trainingseinheiten. Dass er dennoch gut in Form ist, bewies der junge Turnierleiter am Samstag in den beiden Disziplinen „Staffel“ (vier Personen) und „Doppel“, die er sich trotz organisatorischer Verpflichtungen nicht nehmen lassen wollte. „Mit der Staffel sind wir auf dem ersten Platz gelandet, im Doppel lief es nicht ganz so gut“, sagt er. Den Turniersieg nahm am Ende der 14-jährige Son Nguyen aus Zuffenhausen mit nach Hause.

Und ganz nebenbei sind am Samstag mehrere Deutsche und Weltrekorde aufgestellt worden. Bisher weiß Kehl von zehn zu berichten, aber die Auswertung wird erst in ein paar Tagen abgeschlossen sein.