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Foto: PZ-Archiv © Bechtle
Mit Skizzen wie dieser vom Baufenster hat sich das Rathaus bereits auf Bauerfahren vorbereitet. Plan: Stadt Pforzheim
Mit Skizzen wie dieser vom Baufenster hat sich das Rathaus bereits auf Bauerfahren vorbereitet. Plan: Stadt Pforzheim
26.03.2017

Stadt Pforzheim bereitet Polizei-Rückkehr vor

Pforzheim. Wenige Tage vor der Veröffentlichung der Evaluierungs-Ergebnisse durch das Land Baden-Württemberg zum Thema Polizeipräsidien voraussichtlich am Dienstag herrscht auch in der Pforzheimer Stadtpolitik rege Betriebsamkeit zum Thema.

Im laufenden Oberbürgermeister-Wahlkampf haben sowohl Amtsinhaber Gert Hager (SPD) als auch CDU-Herausforderer Peter Boch bekräftigt, dass sie die Rückkehr einer eigenständigen Polizei-Schaltzentrale nach Pforzheim als unerlässlich für die Stadt und die Region Nordschwarzwald ansehen. Und auch im laufenden Geschäft der Stadtverwaltung wie der Rathausspitze um Hager nimmt das Thema breiten Raum ein.

So haben nach PZ-Informationen auf Hagers Veranlassung hin auch Mitarbeiter des Baudezernats vorgearbeitet: Baurechtlich soll möglichst schnell geklärt werden, dass am immer noch der Polizei gehörenden Areal der vor drei Jahren im großen Polizeipräsidium Karlsruhe aufgegangenen Polizeidirektion Pforzheim zwischen Luisenstraße, Bahnhofstraße und Kiehnlestraße Raum für Vergrößerung wäre. Alles ist vorbereitet, um Baugenehmigungsverfahren, wenn notwendig, schnellstmöglich aufnehmen und abschließen zu können.

Eindringlicher Appell

Unterdessen hat sich OB Gert Hager noch einmal deutlich mit einem Appell an Innenminister Thomas Strobl (CDU) zu Wort gemeldet, der wie berichtet vergangene Woche zu Gast in Pforzheim war und dort auch Hager-Herausforderer Boch zur Seite stand: „Herr Innenminister, hören Sie bitte auf die Region und ermöglichen Sie den Bürgerinnen und Bürgern ein Polizeipräsidium Nordschwarzwald mit Sitz in Pforzheim“, so Hager an Strobls Adresse.

Umfangreicher Briefwechsel

Kaum ein Thema habe in den vergangenen Jahren die Region und die Stadt derartig bewegt wie das verloren gegangene Polizeipräsidium. Insgesamt 65 Schreiben haben laut Mitteilung aus dem Rathaus das Büro des Oberbürgermeisters seit Februar 2012 verlassen oder erreicht im Zusammenhang mit diesem Thema: „Die gesamte Region hat hier in ganz außerordentlicher und vorbildlicher Weise zusammengestanden, um über sämtliche regionale und Parteigrenzen hinweg diese wichtige Einrichtung für Pforzheim einzufordern“, so der Rathaus-Chef. Medien (die „Pforzheimer Zeitung“), Abgeordnete des Landes und des Bundes, Bürgermeister der Landkreise, Regionalverband, IHK Nordschwarzwald, Stadträte und zahlreiche Bürger hätten sich für den Erhalt des Polizeipräsidiums nachhaltig ausgesprochen. „Nur wenige Wochen nach Bekanntwerden der Reform haben wir uns in einer gemeinsamen Resolution der Region Nordschwarzwald sehr eindrücklich zu Wort gemeldet – eine derartige Einheit in einem politischen Kernthema habe ich selten in dieser Art und Weise erleben dürfen“, so Gert Hager.

Auch jetzt habe sich der Regionalverband nochmals deutlich für ein Polizeipräsidium Nordschwarzwald mit Sitz in Pforzheim ausgesprochen. Die Pforzheimer Sicherheitskonferenzen, zuletzt in der vergangenen Woche, führten sehr schnell und immer wieder auf das Thema „gefühlte, individuelle Sicherheit und fehlendes Polizeipräsidium in Pforzheim“. Und der OB fügt an: „Lange Anfahrtszeiten aus Karlsruhe und die zu geringe sichtbare Präsenz der Polizei im Stadtbild können durch ein Polizeipräsidium behoben beziehungsweise angegangen werden. „Herr Innenminister, hören Sie also auf Ihre Bürger und geben Sie uns unser Polizeipräsidium.“

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