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Große Unterkünfte wie das ehemalige Thales-Gebäude und die frühere Klinik St. Trudpert werden bei der Unterbringung von Flüchtlingen keine Einzelfälle bleiben, aber kleinere, dezentrale Einheiten würden die Integration besser fördern, meint Sozialbürgermeisterin Monika Müller (SPD).
Große Unterkünfte wie das ehemalige Thales-Gebäude und die frühere Klinik St. Trudpert werden bei der Unterbringung von Flüchtlingen keine Einzelfälle bleiben, aber kleinere, dezentrale Einheiten würden die Integration besser fördern, meint Sozialbürgermeisterin Monika Müller (SPD).
06.11.2015

Stadt Pforzheim bestätigt Bedarf an großen Asyl-Einheiten

Pforzheim. Große Unterkünfte wie das ehemalige Thales-Gebäude und die frühere Klinik St. Trudpert werden keine Einzelfälle bleiben: Sozialbürgermeisterin Monika Müller (SPD) sieht sich durch den Appell der CDU-Fraktion bestätigt, die Strategie für die Suche nach Asylstandorten zu ändern. Gleichwohl warnt sie davor, die Pläne für kleinere dezentrale Einheiten aufzugeben – mit Blick auf die Integration.

Bei der Haushaltsklausur des Gemeinderats habe sie auf die veränderte Lage hingewiesen, sagt Müller im PZ-Gespräch: „Es freut mich, dass die CDU-Fraktion meine Auffassung teilt, dass wir zügig weitere große Unterkünfte in Betrieb nehmen müssen, weil sonst Sporthallen oder Zelte belegt werden müssten.“ Sie habe angesichts der aktuellen Zuweisungen – bis Ende dieses Jahres rechnet die Stadt mit fast 1300, bis Ende 2016 mit rund 3800 Asylsuchenden – vorgeschlagen, zunächst keine weiteren Standorte für je 40 Menschen zu planen.

Neben den weiter erforderlichen Notunterkünften sollte der Bau von Gemeinschaftsunterkünften jedoch nicht ad acta gelegt werden, so Müller. Zumal der Gemeinderat erst am 20. Oktober beschlossen habe, neun solcher 40er-Standorte zu realisieren. Sollte dort nun konventioneller Wohnungsbau umgesetzt werden, würde „die angespannte Wohnsituation für Menschen mit niedrigem Einkommen außer Acht gelassen“. Sozialer Wohnungsbau sei dringend erforderlich und sollte zusätzlich umgesetzt werden.

Notunterkünfte wie Thales könnten und sollten nur vorübergehend genutzt werden. „Da fast nur noch Menschen mit Bleibeberechtigung zu uns kommen, sollte schon in unserem eigenen Interesse versucht werden, frühzeitig Integration zu ermöglichen“, sagt Müller: „Dazu gehört auch Wohnen in Wohngebieten und eben nicht Leben in Gewerbebrachen.“

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