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Über Probleme in Dillweißenstein diskutierte OB Hager mit den Einwohnern.
Über Probleme in Dillweißenstein diskutierte OB Hager mit den Einwohnern. © Ketterl
06.10.2010

Stadt hat kein Geld für Sanierung in Dillweißenstein

PFORZHEIM. Läden stehen leer, heruntergewohnte Häuser zwischen Schmuckstücken: Oberbürgermeister Gert Hager hat bei seinem Spaziergang durch Dillweißenstein den Sanierungsbedarf erkannt. Doch tun kann er momentan nichts.

Dietlinde Hess, Vorsitzende des Bürgervereins, holte den Oberbürgermeister und die interessierten Bürger am Kurhotel aus dem Jahr 1900 an der Hirsauer Straße zum Stadtteilrundgang ab. Ihre Anliegen formulierte sie beim Spaziergang zur Schule, über den Entensteg durch das Mühlsträßle zum alten Ortschaftskern unterhalb der Rabeneck: Ein Sanierungsgebiet gegen den baulichen Verfall vieler Kleinode, die Westtangente als Verkehrs-Entlastung und eine räumliche Erweiterung, um 17 fehlende Betreuungsplätze für Schulkinder einzurichten.

Erste Gastarbeiter im Kurhotel

Helmut Schmitt, Vorsitzender der Spielvereinigung Dillweißenstein, unterstützte sie mit allerlei Anekdoten. Er sei im Haus neben dem Kurhotel aufgewachsen. Später als Fabrik genutzt, lebten im Hotel nach dem Krieg Flüchtlinge und das erste Gastarbeiterpaar aus Italien.

Wenig Wille zum Investieren

Durch das Verkehrsaufkommen gebe es zu wenig Mieten, und damit wiederum zu wenig Rendite, die die Besitzer in ihre Häuser steckten, ein Teufelskreis, sagte Hager mit Blick auf einige triste Häuser an der Hirsauer Straße. Am Beispiel der Oststadt zeige sich, wie stark ein Sanierungsgebiet das Gesicht eines Viertels positiv verändern könne. In den nächsten Jahren habe die Stadt aber kein Geld dafür.

Den wiederhergerichteten Ludwigsplatz nannte Hager ein „gelungenes Beispiel städtebaulicher Sanierung“. Dem positiven Beispiel der sanierten denkmalgeschützte Villa Trautz folgte wenig später ein bauliches Sorgenkind im alten Ortskern: Das drittälteste Haus von 1499 benötigt eine Notsicherung, damit es nicht zusammenfällt. Seit vielen Jahren hofft der Besitzer auf einen Investor.

Tempo 30 reiche an der vom Verkehr schlimm gebeutelten Kräheneck-, Belrem- und Burggartenstraße nicht, beklagten Anwohner. Sie fordern, den Lastwagenverkehr ganz rauszunehmen. „Mehr können wir nicht tun“, sagte Hager.