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Autogramme, bitte: Kladden voller unterschriftsreifer Papiere stapeln sich auf Dirk Büschers Schreibtisch, über den in diesen Tagen alles kommunalpolitisch Entscheidende geht. Foto: Erb
Autogramme, bitte: Kladden voller unterschriftsreifer Papiere stapeln sich auf Dirk Büschers Schreibtisch, über den in diesen Tagen alles kommunalpolitisch Entscheidende geht. Foto: Erb
06.07.2017

Stadt ohne Oberhaupt: Erster Bürgermeister führt Regie

Pforzheim. Eine solch lange Übergangsphase hat es in Pforzheims Rathaus wohl nie gegeben. Oberbürgermeister Gert Hagers letzter Arbeitstag ist vorüber, seinem Resturlaub folgt ab 23. Juli tatsächliche Vakanz. Dann hat die Stadt für gut eine Woche kein Oberhaupt. Ein Haus ohne Hüter? Keineswegs.

Wieder ist es der Erste Bürgermeister Dirk Büscher, der die Verantwortung trägt – wie bereits im Wahlkampf, der den erst seit einem Dreivierteljahr amtierenden EBM im Wortsinn ins Rampenlicht rückte, als Wahlleiter und Moderator der Kandidatenvorstellungen. Erstaunlich fröhlich blickt er über die Aktenkladden hinweg, die sich auf seinem Schreibtisch stapeln.

Er sei nun auch mit Themen des Dezernats I und „mit Aufgaben betraut, die mit der Gesamtstruktur zu tun haben“, erläutert Büscher. So leitet er nun etwa nicht nur zusätzlich die Sitzungen des Wirtschaftsförderungs- und Finanzausschusses sowie des Gemeinderats und ackert auch jene Beschlussvorlagen durch, die der Zustimmung des OB bedürfen. Büscher treibt die Pläne für ein Zentrum für Präzisionstechnik voran (die PZ berichtete). Auch die Finanzen stehen unter seiner Verantwortung – vorerst. Über grundsätzlich neue Strukturen im Rathaus werde nach der Interimszeit im Bürgermeisterkreis und mit dem Gemeinderat diskutiert. Aktuell aber wird der Halbjahresbericht der Kämmerei erstellt: „Das kommt bei mir auf den Tisch.“

Und dann sind da die repräsentativen Aufgaben – bei Festen, Empfängen, eisernen Hochzeits- oder 100. Geburtstagen. „Es ist richtig und wichtig als Geste der Stadt, präsent zu sein“, sagt Büscher, und: „Es macht ja auch Freude, die Mitbürger zu besonderen Anlässen beglückwünschen zu dürfen.“ Man mag ihn derzeit den Oberersten Bürgermeister nennen, doch er selbst sieht sich wohl eher als Erster unter Gleichen. „In sehr engem Dialog“ stehe er mit Sozialbürgermeisterin Monika Müller und Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, aber auch mit dem gemeinderätlichen OB-Stellvertreter Rolf Constantin (siehe „Eine Frage der Ehre“). „Wir haben eine sehr gut funktionierende Verwaltung“, so Büscher. Die Aufgabenfülle werde von Dezernaten, Amtsleitern und Mitarbeitern gestemmt. „Jeder hat ein Päckchen mehr zu tragen und leistet einen Beitrag, um das zu kompensieren, da bin ich sehr dankbar.“

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