nach oben
Stadt präsenterit Lösungen für geschlossene Nordstadtschule © Seibel
06.05.2011

Stadt präsentiert Lösungen für baufällige Nordstadtschule

PFORZHEIM. Ein Aufatmen geht durch das Rathaus…Binnen weniger Tage konnte eine Lösung entwickelt werden, um ab kommender Woche den Schulunterricht der Nordstadtschüler fortzuführen. Am Freitagmittag wurde diese den Lehrerinnen und Lehrern und der Elternschaft sowie der Öffentlichkeit vorgestellt. Nachdem die Nordstadtschule aufgrund zahlreicher statisch unsicherer Decken seit Montag dieser Woche als Schul-standort ausgefallen ist, werden die Schulklassen nun zunächst auf andere Schulen verteilt.

Bildergalerie: Nordstadtschule wegen Schäden an Statik geschlossen

Oberbürgermeister Gert Hager: „Ich muss meinen Kolleginnen und Kollegen, dem Rektorat und allen an der Lösung dieses Problems beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein riesiges Kompliment machen. Die jetzt erreichte Lösung konnte nur gelingen, weil alle an einem Strang gezogen haben und sich äußerst flexibel und kooperativ gezeigt haben. Mein besonderer Dank gilt den Eltern, die sehr besonnen und mit Verständnis reagiert haben“. Bildungsdezernentin Monika Müller dankte darüber hinaus den „beteiligten Schulleitungen, die spontan Schulklassen aus der Nordstadtschule in ihren Schulen aufnehmen und damit beispielhaft Solidarität als wichtigen Wert innerhalb der Schule mit Leben füllen“.

Baudezernent Alexander Uhlig bereitet bereits jetzt die schnelle Sanierung der Nordstadtschule vor, „gleichzeitig wollen wir alles tun, damit die Schülerinnen und Schüler und die Lehrerinnen und Lehrer schnell wieder in ihre Nordstadtschule zurückkehren können“.

Es waren turbulente Tage in dieser Woche nach den Osterferien. Als die Rathausverwaltung am Montagmittag erklären musste, dass der weitere Schulbetrieb an der Nordstadtschule wegen mangelhafter Decken im Südflügel eingestellt werden muss, hatte noch niemand eine genaue Vorstellung von der Unterbringung der dort unterrichteten Schülerinnen und Schülern. Erschwerend kam hinzu, dass es sich bei der Werkrealschule auch um eine Ganztagesschule handelt; auch das Thema Schulkindbetreuung war sicherzustellen. Im weiteren Verlauf der Tage wurden viele Standorte geprüft, Unternehmensbesuche fanden statt, infrage kommende Firmengebäude wurden aufgesucht, Anfragen in alle Richtungen wurden gestellt, auch Kirchen und das Reuchlinhaus wurden angefragt. „Als sich am Mittwochabend noch keine Lösung abzuzeichnen schien, haben wir für einige Stunden eine „Zelt-Lösung“ favorisiert, die wir quasi als Grünes Klassenzimmer“ im Enzauenpark darstellen wollten“, so der Oberbürgermeister. Im Verlauf des Donnerstags allerdings zeichnete sich folgende Lösung ab:

Am Montag kommender Woche ist zunächst ein Projekttag für alle Schülerinnen und Schüler vorgeschaltet. Beginnend vom kommenden Dienstag werden sämtliche Schülerinnen und Schüler der Nordstadtschule wie folgt untergebracht:

Die zwei Grundschulförderklassen kommen zur Grundschule nach Eutingen. Die fünf 1. Klassen werden in Enzberg untergebracht. Zwei 2. Klassen kommen an die Buckenbergschule. Zwei weitere 2. Klassen kommen nach Neulingen (Bauschlott). Vier 3. Klassen kommen an die Huchenfelder Grundschule. Vier 4. Klassen werden an der Schanzschule untergebracht.  Bei der Werkrealschule werden zwei 5. und zwei 6. Klassen an der Pestalozzischule untergebracht. Jeweils zwei 7., zwei 8. und zwei 9. Klassen werden in der Östlichen 132 a, beim Witzenmann-Areal versorgt.

Einrichtung von mobilen Klassenzimmern

Bereits ab dem 16. Mai ist vorgesehen, acht komplette mobile Klassenzimmer auf dem Bolzplatz der Schanzschule aufzustellen. Bis zu 20 weitere mobile Klassenzimmer werden in den kommenden Wochen in den Außenbereichen der Nordstadtschule errichtet, angeschlossen und für den Schulunterricht vorbereitet. Sie stehen ab dem kommenden Schuljahr – September 2011 – zur Verfügung. Dezernentin Monika Müller ist sich sicher, dass „wir mit diesen modernen mobilen Klassenzimmern eine gute Unterrichtsumgebung schaffen können, die von den Kindern nicht als „Container“ sondern Lern- und Lebensraum empfunden werden “. Für Rektor Thomas Klotz und seine Stellvertreterin Gabriele Hornung gehen gleichfalls bewegte Tage in dieser Woche zu Ende: „Wir haben in den vergangenen Tagen sehr intensiv um eine Lösung gerungen, ich glaube wir können heute der Öffentlichkeit ein sehr gutes Ergebnis präsentieren“.

In den verbleibenden Stunden bis zum Dienstag geht es nunmehr darum, den Umzug logistisch vorzubereiten, verkehrliche Dinge rund um die Nordstadtschule zu koordinieren und natürlich die Bus-Shuttle zu organisieren. Am Montag wird es ein von der Schule vorgesehener Aktionstag geben. Aber am Dienstag geht der Ernst des Lebens – in neuer Umgebung – für die 650 Kinder wieder weiter. Die Ganztagesbetreuung in der Grundschule wird bis Ende Mai im Familienzentrum Nord erfolgen. „Auch hier bin ich den Verantwortlichen der Pforzheimer Stadtmission sehr dankbar, dass sie so flexibel reagieren“, so Gert Hager.

Leserkommentare (0)