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Schwerer Stand: Marc Christmann von Modus Consult steht skeptischen Bürgern Rede und Antwort zum geplanten Supermarkt.
Schwerer Stand: Marc Christmann von Modus Consult steht skeptischen Bürgern Rede und Antwort zum geplanten Supermarkt.
18.04.2012

Stadt prüft Bürgerbefragung zu Rod-Supermarkt

Wie die Jungfrau zum Kind, so sagt Pforzheims Sozialbürgermeisterin Monika Müller, sei sie zur Zuständigkeit für den geplanten Supermarkt an der Postwiesenstraße auf dem Pforzheimer Rodrücken gekommen. Genauer: zur Zuständigkeit für das Bebauungsplanverfahren.

Umfrage

Braucht das Rodgebiet einen Supermarkt?

Ja 35%
Nein 57%
Weiß nicht 8%
Stimmen gesamt 234
Denn der eigentliche Fachbürgermeister, Baudezernent Alexander Uhlig, ist als Aufsichtsratsmitglied des potenziellen Bauherrn, der Bau und Grund, befangen. Wie auch Oberbürgermeister Gert Hager, für den der Erste Bürgermeister Roger Heidt ins Geschehen eingreift. Müller fürs Baufachliche, Heidt für die Bürgerbefragung, die in den vergangenen Tagen so vehement eingefordert worden ist. Eine frühzeitige Bürgerbeteiligung gehört ausdrücklich zu einem solchen Bebauungsplanverfahren, und genau in diesem Verfahrensschritt befindet sich die Stadt derzeit.

Ob es, wie von der FDP beantragt, zu einer ausdrücklichen allgemeinen Befragung der Bürger kommt, lässt Heidt derzeit unter anderem vom Rechtsamt prüfen. „Ich werde abklären, welche rechtliche Wirkung das hätte“, sagt Heidt. Außerdem gehe es darum, wer überhaupt zu befragen sei: Nur die unmittelbaren Nachbarn? Auch die Bürger in Dillweißenstein? Und was ist mit den Marktbeschickern? „Ich denke, dass wir eine Informationsveranstaltung im Rodgebiet machen“, berichtet der Erste Bürgermeister. Möglicherweise anstelle der Befragung. Ohnehin könne sich ja jeder Bürger im ganz normalen Bebauungsplanverfahren äußern. Die vorgebrachten Einwände zu prüfen und abzuarbeiten, wäre dann der nächste Schritt im Bebauungsplanverfahren, wie Monika Müller sagt. Und beide, Heidt wie Müller, lassen durchblicken, dass man im Rathaus von der Heftigkeit der Reaktionen überrascht war, und vielleicht ein wenig zu unbefangen. Selbst die Befangenen.

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