nach oben
In das geplante Projekt einer S-Bahn zwischen Ittersbach und Pforzheim soll mit einem Expertengipfel im Herbst Bewegung kommen.
In das geplante Projekt einer S-Bahn zwischen Ittersbach und Pforzheim soll mit einem Expertengipfel im Herbst Bewegung kommen. © PZ-Archiv
04.06.2010

Stadt und Enzkreis planen Expertenrunde zur Stadtbahn

PFORZHEIM/ENZKREIS. In das Projekt einer Stadtbahn zwischen Ittersbach und Pforzheim kommt Bewegung. Enzkreis und Stadt Pforzheim haben eine Untersuchung zur Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs in Auftrag gegeben. Die Voruntersuchung soll bis September Grundlagen für einen Stadtbahngipfel liefern.

Enzkreis-Verkehrsdezernent Wolfgang Herz hatte vor etwa drei Monaten im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags bereits einen solchen Gipfel ins Gespräch gebracht. „Im Mittelpunkt stehen die Prüfung einer Niederflurstraßenbahn zwischen Ittersbach und Pforzheim mit der Möglichkeit einer innerstädtischen Trassenführung sowie die Untersuchung einer verdichteten Stadtbahnbedienung auf den bestehenden Schienenstrecken“, so Herz.

Erfolgversprechend könnte eine Konzeption als Niederflurstraßenbahn auf der seinerzeit entwickelten Trasse Ittersbach – Pforzheim sein, die dann in Pforzheim als Teil eines langfristig neu entstehenden Straßenbahnnetzes genutzt werden könnte. „Ob diese Einschätzung realistisch ist, soll bei den jetzt beauftragten Untersuchungen näher betrachtet werden“, so Landratsvize Herz. Parallel dazu soll auch die Verbesserung des Schienennahverkehrs auf den bestehenden Strecken angegangen werden.

Hier geht es vor allem um den Bau neuer Haltepunkte und um weitere Fahrplanverdichtungen, vor allem in der Verbindung Pforzheim - Mühlacker. Ein wichtiger Baustein hierfür wäre laut Stadt und Enzkreis ein ausreichendes Fahrgastpotenzial im Stadtgebiet von Pforzheim. Im Verkehrsentwicklungsplan gibt es beispielsweise Vorschläge für neue Haltepunkte an der Zeppelinstraße und beim Kühlen Grund in Eutingen. Auch die Stadt Mühlacker strebt schon länger einen Haltepunkt beim Wohngebiet Stöckach an.

Die Stadt Pforzheim und der Enzkreis haben nach eigenen Angaben die Voruntersuchung beauftragt, damit eine fachlich fundierte Grundlage für den im Herbst geplanten Stadtbahngipfel vorliege. Weitere Schritte zum Beispiel in Richtung eines konkreten Bau- und Betriebskonzepts oder einer standardisierten Bewertung würden dann einen erheblichen finanziellen Aufwand darstellen. Dieser könne nur unter Beteiligung weiterer Finanziers geleistet werden.

„Wir werden einen langen Atem brauchen“, so die Einschätzung von Wolfgang Herz. Der Weg zu einem akzeptablen Kosten-Nutzen-Verhältnis als Voraussetzung für eine Landesförderung sei nach den bisherigen Überlegungen der Expertenrunde sehr anspruchsvoll. „Es wäre sehr erfreulich, wenn wir dem Projekt Ittersbach – Pforzheim zum lang ersehnten Durchbruch verhelfen könnten und gleichzeitig das Angebot auf der Strecke Pforzheim – Mühlacker der deutlich gestiegenen Nachfrage angepasst werden könnte.“ Nicht zuletzt geht es dem Verkehrsdezernenten des Enzkreises auch darum, gegenüber dem Land als Aufgabenträger des Schienennahverkehrs die Wünsche aus der Region deutlich zu artikulieren.

Leserkommentare (0)