Pforzheim. Das Restaurant „Goldener Anker“ ist der Stadt Pforzheim als Qualifizierungsstätte zu teuer. Deshalb soll kommunales Geld nur noch im nächsten Jahr fließen.
Wenn es nach einer Empfehlung der Stadtverwaltung geht, dann könnte aus dem Lehr- und Lernrestaurant „Goldener Anker“ ab dem Jahr 2021 ein Integrationsprojekt für Behinderte werden. Ute Hötzer, Geschäftsführerin von Q-Prints, hatte in den vergangenen 15 Jahren des „Anker“-Bestehens aus dem reinen Beschäftigungs- einen Qualifizierungs- und Ausbildungsbetrieb gemacht. Jetzt will die Stadt nach eingehenden Untersuchungen die Zuschüsse ab 2021 streichen. Menschen wie Stefan Schmich bekommen etwa mit einem der acht Lehrstellenplätze eine Chance auf Ausbildung und lernen das Handwerk in dem biozertifizierten Restaurant von der Pike auf. Der 28-Jährige arbeitet heute als Koch im Restaurant „Arlinger“. Er hatte ursprünglich eine Lehre als Zimmermann begonnen, musste durch einen Schulterbruch aber umsatteln.
Die 50-jährige Arlet Wolfram absolvierte nach langer Arbeitslosigkeit zwei von drei Qualifizierungsbausteinen im Service. Von der IHK zertifiziert, entsprechen drei Module etwa dem ersten Ausbildungsjahr, erklärt Hötzer. Wolfram arbeitet jetzt 25 Wochenstunden im „Café Prosa“ und wird sich nächstes Jahr vermutlich nach einem Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft umsehen können. Sie habe die Hilfe der Pädagogen gebraucht, um wieder sicher in den Arbeitsabläufen zu werden. Die Zeit im „Anker“ habe ihr eine Tagesstruktur gegeben und sie gerettet, sagt sie.
Doch der Auslastungsgrad der 28 Qualifizierungsplätze und die Erfolgsquote ist der Stadtverwaltung, gemessen am zu leistenden Zuschuss, zu gering.
Mehr über den Anker lesen Sie am Dienstag, 26. November 2019, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

