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Routiniertes Doppel: Schauspieler Jörg Bruckschen (links) und Obermeister Claus Kuge lesen gemeinsam.  Frommer
Routiniertes Doppel: Schauspieler Jörg Bruckschen (links) und Obermeister Claus Kuge lesen gemeinsam. Frommer
17.03.2016

Stadtgeschichte humorvoll präsentiert

Bereits zum dritten Mal haben Claus Kuge, Obermeister von Pforzheims „Löblicher Singergesellschaft von 1501“, und Schauspieler Jörg Bruckschen gemeinsam eine Lesung in der Buchhandlung Thalia gestaltet. Kuge schickte lächelnd voraus: „Wir wollen mit Stadtgeschichte unterhalten – und wir sehen das nicht so bierernst.“ Weder sollte es ein wissenschaftlich exakter Vortrag werden, noch wollte man sich auf das Klatsch-Level eines Boulevard-Magazins begeben. „Wir versuchen, den Level dazwischen zu treffen.“

Bereits zum dritten Mal haben Claus Kuge, Obermeister von Pforzheims „Löblicher Singergesellschaft von 1501“, und Schauspieler Jörg Bruckschen gemeinsam eine Lesung in der Buchhandlung Thalia gestaltet. Kuge schickte lächelnd voraus: „Wir wollen mit Stadtgeschichte unterhalten – und wir sehen das nicht so bierernst.“ Weder sollte es ein wissenschaftlich exakter Vortrag werden, noch wollte man sich auf das Klatsch-Level eines Boulevard-Magazins begeben. „Wir versuchen, den Level dazwischen zu treffen.“

Zusammen mit Bruckschen führte Kuge durch ein gutes Dutzend Publikationen zu unterschiedlichen Stationen der Stadtgeschichte. „Die Sagen der Stadt Pforzheim, des Enzgaus und oberen Pfinzgaus“ von Wendelin Duda wählten Kuge und Bruckschen als Einstieg. Ottmar Sexauers 1927 in der Reihe „Form und Geist“ erschienene Publikation „Die Mundart von Pforzheim“ sorgte beim Publikum für erstes Schmunzeln, da auch die Nöte der „Auemer“ Flößer, „ihre“ Mädchen von den zugereisten Arbeitern der Industrie fernzuhalten, im historischen Dialekt der Au erwähnt wurden.

Zu ganz großer Form liefen Kuge und Bruckschen auf, als sie durch Bernd Sautters Fußball-Buch „Heimspiele Baden-Württemberg“ auf das Dillweißensteiner Nagoldbad – das „Schnürles-Wembley“ – zu sprechen kamen.

Ausgehend von Pforzheim, habe im Nordschwarzwald mit dem nach dem Trainer Fritz Schnürle benannten Hartplatz-Spiel „Schnürles“ eine ganz eigene fußballverwandte Sportart überlebt. Als „Beckenbauer des Schnürles“ würdigten beide den in der Goldstadt bestens bekannten Wasserballer Dietrich „Ditsche“ Weisert, der aus dem Freizeitspaß einen Vereinssport gemacht hat.

Der aus Moers stammende Jörg Bruckschen gestand hier regionale Wissenslücken ein, gelobte aber – zur Freude des Publikums: „Ich glaub’, ich mach’ das mit dem Kasten Kettererbier und setz mich in die Nagold. Von dort kann man ja auch gut beim Schnürles zusehen.“

Ein Hauch Delling und Netzer

Spätestens jetzt hatte die Doppelmoderation einen Hauch von Delling und Netzer.

Zur Belohnung gab’s dennoch kein Bier für Kuge und Bruckschen, stattdessen überreichte Thalia-Geschäftsführerin Erika Föst ein Weinpräsent. Passte auch, schließlich hatte Bruckschen ja zuvor den Ausdruck „Simsegräbsler“ vor höchst amüsiertem Publikum trainiert.

Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet auf www.löbliche-singer-pforzheim.de