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Vorbereitungen laufen: Katharina Schaber, Annette Wüst, Detlef Hary und Samuel Kern (von links) bauen eines der Häuser auf dem Jerusalemer Markt auf.  Läuter
Vorbereitungen laufen: Katharina Schaber, Annette Wüst, Detlef Hary und Samuel Kern (von links) bauen eines der Häuser auf dem Jerusalemer Markt auf. Läuter
29.02.2016

Stadtmission erbaut in mühevoller Arbeit einen Ostergarten

Ein hölzernes Tor wird geöffnet und gibt den Blick frei auf einen mit Palmen bestandenen Platz. Jerusalem, die Heilige Stadt, in der einst das unheilige Urteil über den Tod Jesu Christi gefällt wurde. Jene Stadt, durch deren Straßen er das Kreuz, an dem er sterben sollte, selbst schleppen musste. Jene Stadt, in der Judas ihn mit einem Kuss verriet. Jene Stadt, in der er von den Toten auferstanden es sein soll.

Die Ostergeschichte erfahrbar zu machen, das ist das Ziel der Stadtmission. Rund 130 Helfer haben sich zusammengefunden, um im Altbau der Stadtmission auf rund 1500 Quadratmetern einen Ostergarten mit zehn Stationen aufzubauen. Sie widmen sich der Errichtung des Abendmahls, dem Aufbau des Gartens Gethsemane, Pontius Pilatus Thronsaal, dem Gang nach Golgota, der Grabkammer und dem Garten der Auferstehung. Zwischen 300 und 500 Pflanzen werden es am Ende sein, schätzt Dirk Günkel von der Stadtmission.Riesige Palmen sind darunter, die mit Seilwinden und Körperkraft ins nächste Stockwerk gehievt werden, prächtige Olivenbäume, Zitronenbäume voller reifer Früchte. Pakete mit Rindenmulch stehen herum, ein Esel, ein Holzkreuz, Unmengen von Stoff. Überall wird geschraubt, bemalt, dekoriert. Rund zwei Kilometer Kabel sollen es ermöglichen, den Ostergarten zu beleuchten und teilweise zu vertonen.

Die Idee stammt von der evangelischen Landeskirche Baden und dem Bibellesebund. 2005 war sie in der Ausstellung „Treffpunkt Jerusalem“ im Europapark Rust umgesetzt worden. Die Stadtmission hatte bereits 2010 und 2012 einen Ostergarten errichtet und bis zu 15 000 Besucher angezogen. Vergangenes Jahr habe man darauf verzichtet, weil die Großveranstaltung „Pro Christ“ alle Ressourcen gefordert hatte.

Nun habe man laut Günkel bereits 10 000 Voranmeldungen, die Plätze für Schul- oder Kindergartengruppen seien so gut wie ausgebucht. Und das, obwohl der Garten insgesamt drei Wochen lang jeden Tag geöffnet sein wird. Vom 6. bis 27. März werden rund 180 Helfer dafür sorgen, dass alles reibungslos abläuft und jede Gruppe eine altersentsprechende Führung erhält. Alle zwanzig Minuten wird es eine rund 50 Minuten dauernde Führung geben, und ohne, so Günkel, lasse man niemanden hinein, das würde ein zu großes Chaos geben und den anderen das Erlebnis verderben.