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Vor allem alte Menschen fallen den sogenannten "Kaffeefahrten" zum Opfer.
Vor allem alte Menschen fallen den sogenannten "Kaffeefahrten" zum Opfer. © Symbolbild: dpa
22.09.2014

Stadtverwaltung verbietet Kaffeefahrt in Pforzheim

Pforzheim. Eine Firma, die Reisen verkauft, wollte am vergangenen Mittwoch auf der Wilferdinger Höhe bei zwei Veranstaltungen eine sogenannte „Gewinnverteilung“ vornehmen. Nach Einschätzung des Amts für öffentliche Ordnung handelte es sich dabei um eine sogenannte Kaffeefahrt. Das Amt hat die Veranstaltung untersagt.

Bei derartigen Veranstaltungen werden zumeist ältere Menschen durch geschickte oder aggressive Gesprächsführung dazu gebracht, überteuerte Waren zu kaufen. Nach einem Testanruf bei der Firma hat sich am Dienstag laut einer Pressemitteilung der Pforzheimer Stadtverwaltung dieser Verdacht erhärtet.

Immer wieder landen bei zumeist älteren Mitbürgern Einladungen zu dubiosen Veranstaltungen mit dem Versprechen, Gewinne oder Zuwendungen zu erhalten. Am Ende steht dann eine der altbekannten Verkaufsveranstaltungen, auf der Ware mit falschen Versprechungen und zum Teil durch Ausüben von Druck oder wesentlich überteuert verkauft wird. Im Sinne der Gewerbeordnung sind derartige Veranstaltungen „Wanderlager“. Wird auf eine solche Veranstaltung durch öffentliche Ankündigung hingewiesen, so muss diese zwei Wochen vor Beginn der zuständigen Behörde angezeigt werden. Das ist nicht geschehen. Dazu sind bei solchen Wanderlagern unentgeltliche Zuwendungen oder Verlosungen wettbewerbsrechtlich nicht zulässig. Aufgrund der Rechtswidrigkeit der Veranstaltung hat das Amt für öffentliche Ordnung die Veranstaltung untersagt: „Wir haben schnell und erfolgreich Verbraucherschutz vor Ort betrieben“, so Siegbert Morlock vom Amt für öffentliche Ordnung.