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Immer ist der Schatten da: Wer gestalkt wird, kann in große psychische Not geraten.  Mayer
Immer ist der Schatten da: Wer gestalkt wird, kann in große psychische Not geraten. Mayer
27.05.2016

Stalking in Zeiten falscher Liebe

Was sich als Romanze anbahnt, entpuppt sich als Horror. Ein Mann will von seiner Angebeteten trotz Urteil nicht ablassen. Auch sie hält weiterhin Kontakt zu ihm.

Beate D. sitzt auf gepackten Koffern und wartet auf die nächste Möglichkeit, dem täglichen Horror wenigstens für eine Weile mit dem Flieger in den Süden zu entfliehen. Sie wartet auf den Anruf ihres Reisebüros. Vor zweieinhalb Jahren ist die Welt der 41-Jährigen aus den Fugen geraten. In mehrfacher Hinsicht. Sie verliebte sich in den ein Jahr älteren studierten Betriebswirt Michael Z. (Namen geändert). Was zunächst als Romanze begann, verwandelte sich aufgrund seiner krankhaften Eifersucht Stück für Stück in einen Albtraum.

Im März 2015 verurteilte das Amtsgericht Pforzheim den Pforzheimer zu einem Jahr Haft, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Er hatte Beate D. im Mai 2014 abgefangen, um sie in seiner Wohnung sexuell zu nötigen und sie vorsätzlich zu verletzten. Er hatte sie gezwungen, sich auf einen Stuhl zu setzen, ihm Dinge zu versprechen und Fragen zu beantworten. Dabei hatte er sie immer wieder heftig geschlagen. Der Angeklagte erklärte sich vor Gericht zu einer Therapie bereit und absolvierte ein Anti-Aggressionstraining. „Mein Fehler war, dass ich ihm nach dem Urteil noch eine Chance geben wollte“, sagt Beate D. rückblickend. Sie war der Meinung, dass die Therapie den Eifersüchtigen vielleicht verändern könnte. Eigentlich sei er ja ein ganz Goldiger. Sie blieben trotz ständiger Vorfälle im Gespräch.

Mehr lesen Sie am Samstag, 28. Mai, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.