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Vorne Trubel, hinten Jubel: Über die wieder frei umherstolzierenden Gänse und Enten freuen sich die Wildpark-Mitarbeiter Oliver Bäuerle, Medhi Adirbelli, Peter Fix, Simon Otto, Andreas Fink und Monika Kull (von links). Foto: Ketterl
Vorne Trubel, hinten Jubel: Über die wieder frei umherstolzierenden Gänse und Enten freuen sich die Wildpark-Mitarbeiter Oliver Bäuerle, Medhi Adirbelli, Peter Fix, Simon Otto, Andreas Fink und Monika Kull (von links). Foto: Ketterl
Macht sich selbst ein Bild vom vogelfreien Treiben: Förster Carsten Schwarz. Foto: Ketterl
Macht sich selbst ein Bild vom vogelfreien Treiben: Förster Carsten Schwarz. Foto: Ketterl
01.02.2017

Stallpflicht ade: Wildparktiere wieder vogelfrei

Pforzheim. Die frohe Kunde schnattert sich schnell herum: Kaum ist die Luke geöffnet, wagt sich erstes Federvieh nach draußen. Wildpark-Mitarbeiter stehen Spalier und machen die La-Ola-Welle für die Stars an diesem Mittwochvormittag.

Große Freude im Wildpark: Stallpflicht aufgehoben

Sie dürfen ab sofort wieder ganz Gans sein, jede Ente kann schwimmen ohne Ende. Und kein Hahn kräht mehr danach, warum es so eng und dunkel zuging im Kinderbauernhof. Erleichterung herrscht im Wildpark – bei Bewohnern, Besuchern und beim Personal. Mit der Stallpflicht endet auch die ungewohnte und irgendwie unheimliche Stille im sonst so tierisch lebhaften Hagenschieß-Wald.

„Zehn Wochen lang in Haft“: So beschreibt Wildparkförster Carsten Schwarz den unfreiwilligen Ausnahmezustand seiner gefiederten Schützlinge. Aus Sorge vor den auch im Land grassierenden Geflügelpest-Erregern H5N8 und H5N2 hatte das Landwirtschaftsministerium eine Stallpflicht verhängt. Dass diese nun gelockert wurde, war für Schwarz und seine Helfer eine freudige Überraschung.

Als „gespenstisch“ beschreibt Kull die Stimmung im Kinderbauernhof während der Quarantäne. Sonst schnatterten die Vögel immer mit den Besuchern. „Es tut einem leid, wenn die Tiere nicht baden können und im Dunkeln hocken“, sagt Kulls Kollegin Maja Rosenberg. Man habe versucht, den Vögeln so viel Platz wie möglich zu schaffen.Dennoch: Tageslicht, Freifläche und Teich sind durch nichts zu ersetzen.

Auch wenn die Behörden für Deutschland weiter von einem erhöhten Risiko ausgehen, dass das Gefügelpest-Virus durch Wildvögel an Nutztiere übertragen werden kann, hat das Landwirtschaftsministerium des Landes für einige Regionen – darunter Pforzheim und der Enzkreis – die Stallpflicht aufgehoben. Gefährdet seien vor allem Gebiete mit hoher Wasservogeldichte, etwa am Rhein. Laut dem städtischen Sprecher Philip Mukherjee gab es in Pforzheim beim Hausgeflügel überhaupt keine Verdachtsfälle. Acht tote Wildvögel wurden gemeldet: Bislang seien sämtliche Untersuchungsergebnisse negativ. Auch im Enzkreis tauchte kein H5N8-Erreger auf.

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