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Oberbürgermeister Peter Boch (links) ist lange mit Albert Esslinger-Kiefer (Mitte) beim Spendensammeln dabei und trifft den rumänischen Botschafter Emil Hurezeanu. Foto: Gerhard Ketterl
Rund um den Info-Stand von „Menschen in Not“ finden am Samstag zwei Stunden lang gute Gespräche statt. Prominente helfen beim Spendensammeln und es gibt den Winzer-Glühwein „Rote Glut“ sowie Leckereien von Roy Kieferle. Foto: Gerhard Ketterl
Unternehmer Roland Rauschmayer mit Monika Hörtling. Foto: Gerhard Ketterl
Florian Elsässer steckt Geld in die Sammeldose von Susanne Knöller. Sein Bruder Gabriel, Mama Gisela Lau und Papa Markus Elsässer (rechts) freuen sich auf Punsch und Glühwein von Christian Häußermann. Foto: Gerhard Ketterl
02.12.2018

Standaktion von „Menschen in Not“ in der Fußgängerzone begeistert

Pforzheim. Kurz vor 14 Uhr ergießt sich ein heftiger Schauer über Pforzheim. Passanten suchen Schutz. Die Stadt ist im Dämmerschlaf. Keine fünf Minuten später ist die Regenwolke weitergezogen, und es klart auf. Pünktlich um 14 Uhr, zum Start der Standaktion von „Menschen in Not“, kehren die Passanten zum Flanieren zurück und so soll es bleiben: Zwei Stunden lang ist am Stand an der Ecke Westliche und Marktplatz viel geboten.

„Es freut mich sehr, dass ich wieder bei der Sammelaktion helfen kann“, sagt Oberbürgermeister Peter Boch. „Menschen in Not“ sei eine großartige Aktion. „Hier erhalten Menschen, denen das Schicksal Stolpersteine in den Weg gelegt hat, konkrete Hilfe. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist das deshalb eine Selbstverständlichkeit für mich, dass ich im Zeichen der Nächstenliebe beim Sammeln für mehr Teilhabe helfe.“ Gesagt, getan: Der OB, eigentlich für eine halbe Stunde angemeldet, ist weit länger als fleißiger Spendensammler unterwegs als 30 Minuten.

Gutes tun für Menschen in Not

Von Beginn an unterstützt Unternehmer Roland Rauschmayer die Aktion „Menschen in Not“. Er ist nicht nur treuer Spender, sondern auch immer vor Ort, wenn Prominente zum Sammeln gebeten werden. So auch an diesem Samstag. Ihn kennen die Leute. Rauschmayer ist ein Anziehungspunkt und hilft dabei gerne. „Ich bin sofort dabei, wenn es um Hilfe geht, die direkt bei den Menschen ankommt.“

Derweil schenkt Winzer Christian Häußermann eifrig „Rote Glut“ aus. Der Glühwein, der für „Menschen in Not“ verkauft wird, ist gefragt. Tasse um Tasse geht über die Theke. „Er ist wirklich gelungen“, sagt er.“ Die gewisse Schärfe, der kräftige Lemberger als Grundlage und nicht zu viel Süße überzeugen auch Nicht-Glühwein-Trinker. Mehr als 50 Flaschen werden nach zwei Stunden geleert sein.

Bildergalerie: Vorweihnachtliches Spendensammeln für die PZ-Hilfsaktion "Menschen in Not"Vorweihnachtliches Spendensammeln für die PZ-Hilfsaktion "Menschen in Not"

Kräftig und gesund

Roy Kieferle, Naturkostkoch vom Dobler „Wagnerstüble“, hat zum PZ-Stand einen würzigen Grünkern-Dip und frisch gebackenes Dinkel-Brot mitgebracht (Rezepte siehe unten). Auch bei ihm geht viel über den Tresen.

Sascha Binoth, WSP-Marketingchef, ist mit einer Spendendose ausgestattet in der Fußgängerzone und im „Goldis Stadl“ von Frank Daudert unterwegs. „Ich werde jederzeit für die Aktion vor Ort sein. Denn hier wird konkrete Hilfe für die Menschen in Pforzheim und der Region geleistet, denen es nicht gut geht.“ Bürgermeister Frank Fillbrunn lässt es sich auch nicht nehmen, mit der Spendendose ausgestattet, durch die Fußgängerzone zu gehen, das Gespräch mit Passanten zu suchen und diese um Spenden zu bitten. „Das ist eine tolle Aktion in der Stadt für die Menschen der Stadt.“ Heute könne jeder mit einer Spende dazu beitragen, dass das Leben von den Menschen besser werde, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Katja Kreeb, Sozialdezernentin des Enzkreis, ist auch beim Sammeln dabei. „Das unterstütze ich gerne, weil ich weiß, dass oft von Behörden keine Hilfe für besondere Projekte und Schicksale möglich ist, die PZ-Aktion aber in Absprache unbürokratisch helfen kann.“

Thomas Satinsky und Susanne Knöller, die Vorsitzenden von „Menschen in Not“, sind überwältigt. „Wir danken für die große Spendenbereitschaft.“ Denn als alle Spendendosen geöffnet werden, kann sich das Sammelergebnis mehr als sehen lassen: 1650,96 Euro wurden gespendet. „Es ist toll, wie sich die Menschen für ihre Stadt und die Schicksale in der Stadt einsetzen“, so Satinsky und Knöller.

Weihnachtsaktion von „Menschen in Not“

In der Vorweihnachtszeit stellt die PZ immer samstags eines von vier Projekten vor, die von der Hilfsaktion „Menschen in Not“ unterstützt werden. In diesem Jahr sind es die folgenden vier:

■ Suppenküche plus: Seit März 2007 gibt es in Pforzheim eine Suppenküche. Im Jahr 2018 erfolgte der Umzug vom Schlossbergzentrum in die Kiehnlestraße. Sie ist ein Angebot der Vesperkirche für das ganze Jahr und kann aus Spenden finanziert werden. Jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag von 11.45 bis 13.45 Uhr können Bedürftige für 50 Cent einen kräftigen Eintopf mit Brötchen und Tee bekommen. Künftig wird ein Mitarbeiter der Diakonie während der Öffnungszeiten vor Ort sein, um Kontakt zu den Menschen zu bekommen, Vertrauen aufzubauen und den Besuchern der Suppenküche weitreichendere Hilfe anzubieten.

■ Fachteam für die Interdisziplinäre Frühförderstelle (IFF): Das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) des Caritasverbandes ist Anlaufstelle für Familien mit Kindern, die entwicklungsverzögert, verhaltensauffällig oder behindert sind. Die Familien erhalten Beratung und Förderung. Immer mehr Kinder mit Behinderung werden in Regelkindergärten aufgenommen. Doch hier gibt es oft Probleme. Die Mitarbeiter des Fachteams beobachten dann das Kind in der Einrichtung und helfen umfassend, dass die Inklusion für alle gelingt.

■ Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und deren Familien aus Pforzheim: Im Mittelpunkt steht die psychologische und pädagogische Beratung. Darüber hinaus begleiten die Mitarbeiter Menschen bei Familien- und Erziehungsfragen sowie bei Trennung und Scheidung, sofern Kinder und Jugendliche betroffen sind. Die Beratung erfolgt persönlich, telefonisch oder auch online.

■ Freundschaftscoach: An wen wenden sich Jugendliche bei Problemen? Nur selten an Eltern oder Psychologen. Am niedrigsten ist die Hemmschwelle gegenüber Gleichaltrigen. Doch damit diese bei ernsten Problemen wie einer Sucht oder selbstverletzendem Verhalten helfen können, müssen sie entsprechend geschult werden. Das passiert bei der Ausbildung zum Freundschaftscoach, die von der Arbeitsgemeinschaft seelsorglicher Berater entwickelt wurde.