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Symbolbild: dpa
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26.12.2017

Standesamt: Emilia und Ben beliebteste Namen für Neugeborene

Das Standesamt hat die Namensgebung von 2718 Kindern ausgewertet. Ein Junge erhält sogar fünf Vornamen – und das ist Eberhard.

Und die Gewinner heißen – Ben und Emilia. 28 Jungen, die zwischen dem 1. Januar und 13. Dezember dieses Jahres geboren wurden, erhielten besagten ersten Vornamen. Im Jahr zuvor hatte noch Elias die Spitzenposition belegt – der in diesem Jahr auf den siebten Platz zurückfiel, wohingegen Ben von Rang fünf der Beliebtheitsskala auf Rang eins der Namens-Charts schoss. Auf das diesjährige Treppchen schafften es Noah (23) und Leon (22), dicht gefolgt von Paul, David und Jonas. Die Plätze acht, neun und zehn belegten Liam, Lukas und Maximilian.

Bei den Mädchen war der beliebteste Vornamen unter den 2718 im Standesamt registrierten Babys mit 27 Namensnennungen Emilia, gefolgt von Emma und Lisa (beide 20) sowie Lena (18).

Kurios: Die drei Ranglisten-Ersten bei den zweiten Vornamen sind identisch mit den drei Spitzenreitern bei den ersten Vornamen des vergangenen Jahres: Marie, Sophie und Maria – in dieser Reihenfolge. Sophie schaffte es heuer bei den Erstnamen nur auf den zehnten Platz, Maria erreichte Platz sechs und Marie landete auf Rang neun.

Mehrere Namen tauchen in diesem Jahr unter den Top Ten auf, die 2016 noch nicht – oder nicht mehr – dort zu finden waren: Lena (18-mal), Emily (16-mal) und Anna. Bei den Jungs waren die Namen Lukas und Maximilian im vergangenen Jahr nicht unter den Favoriten – aber jetzt.

Alexander ist in der 2017er-Hitliste nicht unter den ersten Zehn zu finden, sammelt aber beim zweiten Vornamen doppelt so viele Stimmen wie der zweitplatzierte Lukas. Dahinter geht es knapp zu: Elias, Leon, Maximilian, Andreas, Felix, Gabriel, Henry und Oliver.

Immerhin bekamen noch 1017 Babys einen zweiten Vornamen, 70 einen dritten, vier einen vierten und einer einen fünften Vornamen (Eberhard).

Sophie erfreut sich nicht nur in der Spitzengruppe der ersten und zweiten Vornamen großer Beliebtheit, sondern auch bei den dritten Vornamen – Platz zwei – und ist unterm Strich (wie beim Hornsteinranking, wo alle Plätze in einschlägigen Gastronomieführern zusammengezählt werden) der beliebteste weibliche Vorname, auch wenn es in keiner Kategorie in diesem Jahr zu Platz eins reichte.

„Königstochter“ und „Perle“

Bei den dritten Vornamen wird es endlich etwas exotisch: Den dritten Rang teilen sich Adaeze (bedeutet „Königstochter“ in der Sprache der Igbo in Nigeria) und Alba (Lateinisch für Perle und besonders in Spanien sehr beliebt). Bei den Jungs taucht erstmals ein Adam, ein Aloys, ein Benjamin, ein Christian und ein Constantin auf.

Einem männlichen vierten Vornamen (Johannes) stehen drei weibliche gegenüber: Christel, Gudrun und Maria.

Ernst statt Emre, Michael statt Mustafa

Wo sind all die Mehmets, Erols, Emres – oder Salvatores, Angelos und Giuseppes? Schließlich hat Pforzheim mit rund 50 Prozent einen der höchsten Migrantenanteile Deutschlands. Das schlägt sich jedenfalls nicht in der Häufung beliebter Vornamen nieder. Auf Nachfrage der PZ erweiterte man beim Standesamt die Suche und forschte nicht nur in den Top Ten – sondern in der erweiterten Statistik bis hinunter zum 50. Platz. Heraus kam: dass Ali mit acht Nennungen auf Rang 26 landet und Can mit fünf Nennungen auf Platz 45. Die yezidische Community, eine der größten in Baden-Württemberg, zieht es überwiegend vor, dem Nachwuchs deutsche Vornamen zu geben – zum einen aus Gründen der Integration in die deutsche Gesellschaft, aber auch als Zeichen der Dankbarkeit, weil Deutschland diese Opfer religiöser und ethnischer Verfolgung in Syrien und im Irak als Flüchtlinge aufgenommen und ihnen eine neue Heimat geboten hat.

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