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Am Montagnachmittag hatte feiner Staub von der Abbrissbaustelle einen Brandmeldealarm ausgelöst - und ratzfatz war die Kiehnlestraße blockiert.
Am Montagnachmittag hatte feiner Staub von der Abbrissbaustelle einen Brandmeldealarm ausgelöst - und ratzfatz war die Kiehnlestraße blockiert. © Türschmann
13.11.2017

Staub von der Abbrissbaustelle löst Brandmeldealarm in Sparkasse aus

Pforzheim. Hin und wieder rasen vom nahen Polizeirevier Pforzheim-Nord kommende Streifenwagen mit Martinshorn und Blaulicht durch die Kiehnlestraße. Im Nu ist das Spektakel vorbei. Wenn die Feuerwehr anrückt, dann blaulichtert es aber minutenlang und die Kiehnlestraße wird auf Höhe der Sparkassenzufahrt wegen der großen Löschfahrzeuge in beiden Richtungen zur Sackgasse. In jüngster Zeit war das öfter als sonst der Fall. Am Montagnachmittag zum Beispiel hatte feiner Staub von der Abbrissbaustelle einen Brandmeldealarm ausgelöst.

Solche großen Baustellen sorgen mit den bei Abbrucharbeiten entstehenden Erschütterungen und Staubentwicklungen immer wieder für Fehlalarme. Löst solch eine Brandmeldeanlage aus, wird automatisch ein Löschtrupp zum vermeintlichen Brandort entsendet. Das sind dann immer gleich mehrere Fahrzeuge. Das sieht für den Laien nach viel Aufwand aus, vor allem dann, wenn die meisten Feuerwehrleute im Fahrzeug sitzen bleiben, während offenbar nur wenige das betroffene Gebäude betreten, um die Lage zu erkunden. In der Regel fahren dann die Feuerwehrautos auch noch nach ein paar Minuten ab, ohne dass auch nur ein Liter Löschwasser verspritzt wurde.

So ein Einsatz kostet den Besitzer der Brandmeldeanlage ein paar Hundert Euro. Aber das rechnet sich spätestens dann, wenn es sich nicht um einen Fehlalarm handelt und die Feuerwehr so frühzeitig einschreiten kann, dass Menschenleben nicht in Gefahr geraten und große Sachschäden ausbleiben. Ein Zeitverlust könnte bei einem Brandereignis mit viel Rauch zum Beispiel in Fabrikgebäuden mit großen Maschinen schnell zu einem Millionenschaden führen.

So wie privat im Haushalt installierte Rauchmelder Leben retten können, so sind auch automatische Brandmeldeanlagen unerlässlich, um die Sicherheit von Menschengruppen oder teurem Inventar in größeren Objekten zu sichern. Für die Feuerwehr bedeutet das jedoch zwischen 200 und 300 Mal im Jahr auszurücken, ohne dass tatsächlich ein Feuer in einer größeren Immobilie zu löschen ist. Aber die Sicherheit geht vor.

2015 gab es bei der Feuerwehr Pforzheim 249 Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen, 2014 waren es 283. Dem gegenüber stehen 6 echte und gemeldete Brandereignisse in 2014 und 4 in 2015. Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr Pforzheim im vergangenen Jahr 695 Fehlalarme. 270 davon entfielen auf automatische Brandmeldeanlagen. Durch Auslösung von Rauchwarnmeldern, mit denen Wohnräume nach der Landesbauordnung auszustatten sind, wurden 92 Einsätze verursacht, darunter lediglich 5 tatsächliche Brände. Eine besonders häufige Alarmierungsursache ist angebranntes Essen. Gegenüber dem Jahr 2015, in dem 70 Alarmierungen durch Rauchwarnmelder ausgelöst wurden, ist 2016 eine Steigerung um mehr als 31 % zu verzeichnen, wie es im Jahresbericht 2016 der Feuerwehr Pforzheim nachzulesen ist.