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Schwer verletzt wurde der Fahrer des linken, mit Stahlträgern beladenen Lkw, der gegen 14 Uhr auf der Steigungsstrecke der A8 bei Pforzheim-Ost in Richtung Karlsruhe ein Stauende übersehen hatte. Auf der A8 staute sich der Verkehr bis in die Abendstunden auf rund 15 Kilometer Länge. © Ketterl
16.12.2014

Stauende übersehen: Lkw-Fahrer schwer verletzt, 15 Kilometer A8-Stau

Pforzheim. Ein Schwer- und ein Leichtverletzter sowie ein Stau von bis zu 15 Kilometern Länge sind am Dienstagnachmittag die Bilanz eines Auffahrunfalls mit drei beteiligten Lkw auf der A8 bei der Anschlussstelle Pforzheim-Ost. Zufällig am Unfallort vorbeifahrende Bundeswehr-Soldaten halfen spontan bei der Bergung und Erstversorgung der Verletzten.

Bildergalerie: Lkw übersieht Stauende: A8 stundenlang teilweise dicht

Nach den Feststellungen der Verkehrspolizei war ein 47 Jahre alter Lkw-Fahrer auf der A8 in Richtung Karlsruhe unterwegs, als er gegen 14 Uhr kurz nach der Autobahnauffahrt Pforzheim-Ost ein Stauende übersah. Trotz Vollbremsung schob er zwei vor ihm abbremsende Lkw aufeinander. Der Fahrer wurde hinter dem Steuer eingeklemmt und musste mit schweren, aber nicht lebensgefährlichen Verletzungen geborgen werden. Ein zum Unfallort geeiltes Rettungsteam mit Notarzt brachte den 47-Jährigen zur stationären Behandlung in eine Klinik. Der 27-jährige Fahrer des mittleren Lkw wurde durch den Aufprall leicht verletzt, musste aber keine ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Ein hinter dem Unfall-Lkw fahrender Tanklastzugwagen der Bundeswehr konnte rechtzeitig anhalten. Die mitfahrenden Soldaten halfen durchaus kompetent, wie die Berufsfeuerwehr Pforzheim lobend erwähnte.

Beim auffahrenden Lkw hatten sich beim Aufprall geladene Stahlträger aufs Führerhaus geschoben. Die Polizei muss jetzt prüfen, ob die Stahlträger ausreichend gesichert waren und vielleicht zur Schwere der Verletzungen beigetragen haben. Eckhard Euerle, Leiter des Autobahnpolizeireviers Pforzheim, erklärte: „Das ist, leider, muss man sagen, das übliche Bild: Die Lkw-Fahrer fahren zu dicht auf. Bei einer Vollbremsung haben sie zu wenig Abstand, um rechtzeitig anhalten zu können, bevor es kracht.“

Zunächst war die Fahrbahn in Richtung Karlsruhe während der Bergungsarbeiten voll gesperrt. Ab 15.15 Uhr konnte der Verkehr auf einem zur Verfügung gestellten Fahrstreifen an der Unfallstelle vorbeigeführt werden. Allerdings waren für den Abtransport der Unfallfahrzeuge in der Folge erneut kurzfristige Vollsperrungen notwendig. Erst nach der Nassreinigung der Fahrbahn und vollständigen Bergung der Fahrzeuge wird am frühen Dienstagabend mit einer vollständigen Freigabe der Richtungsfahrbahn zu rechnen sein. Stand 18 Uhr staut es sich hier auf 15 Kilometer Länge. In der Gegenrichtung war durch Neugierige ein Stau von bis zu vier Kilometern zu verzeichnen.

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