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18.07.2018

Steine unter der Ermittler-Lupe

Pforzheim/Enzkreis. Steine, Beton- und Holzklötze – immer wieder werfen Menschen Gegenstände von Brücken auf fahrende Autos. Mehrere Fälle im Südwesten seit Jahresbeginn endeten meist glimpflich. Doch die Polizei hat kaum Möglichkeiten, den Tätern auf die Spur zu kommen. Die jüngsten Fälle im Ortenaukreis, bei Baden-Baden bei Erlangen in Bayern oder – im Mai bei Friolzheim auf der A 8 – lassen Erinnerungen wach werden an die damals außergewöhnlich hohe Belohnung, die die Pforzheimer Staatsanwaltschaft aussetzte, um an Hinweise darüber zu gelangen, wer an zwei Sonntagabenden im Januar und Februar 1999 in mindestens sechs Fällen Steine auf Autos warf. Tatort: der Bereich, wo später die Ausfahrt Pforzheim-Nord gebaut werden sollte.

10 000 Mark lobte Oberstaatsanwalt Hans-Werner Schwierk aus und hoffte, den Unbekannten auf die Spur zu kommen. Die Polizeidirektion bildete eine 20-köpfige Ermittlungsgruppe, der Fernsehsender RTL berichtete ausführlich – alles ohne Erfolg. Nicht aufgeklärt und ungesühnt blieben die versuchten Tötungsdelikte – immerhin ein Autofahrer wurde mit schweren Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem ein Stein die Windschutzscheibe durchschlagen hatte. Die anderen Fahrer konnten ihre Autos folgenlos zum Stillstand bringen und blieben wie durch ein Wunder unverletzt.

Im Fall von Friolzheim konnte an einem Stein eine DNA-Spur gesichert werden. Spezialisten in einem Labor des Landeskriminalamtes (LKA) sind nun dabei, die Spur auszuwerten. „Das ist das einzige, was uns bleibt“, so ein Polizeisprecher in Karlsruhe. Dies könne aber Wochen bis Monate dauern.

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