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08.09.2008

"Steinmauer" oder "Fischer" - Wer ist wer bei der SPD?

Der eine, der Vorsitzender war und Kanzler werden wollte, tritt zurück. Der andere, der schon mal Vorsitzender war, wird es wieder. Und einer, der noch nie Vorsitzender war und auch demnächst nicht werden wird, kann Kanzler werden. Die neue Situation in der Parteispitze der SPD scheint für die Menschen in der Region etwas verworren zu sein. Und wer ist das eigentlich, der da etwas werden will oder werden wird?

PZ-news hat bei einer Umfrage in der Pforzheimer Fußgängerzone die Bekanntheit der drei SPD-Politiker Kurt Beck, Ex-SPD-Vorsitzender und Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Franz Müntefering, nominierter SPD-Vorsitzender, und Frank-Walter Steinmeier, Bundesaußenminister und Kanzlerkandidat der SPD, getestet.

„Den kenne ich jetzt gar nicht“, sagte Simone Decristan. Die junge Frau aus Ölbronn war damit bei weitem nicht die Einzige, die den eutschen Außenminister nicht erkennen konnte. „Das ist Joschka Fischer.“ Auch diese Antwort war mehrmals bei der Umfrage zu hören. Dass der zukünftige Kanzlerkandidat „Steinmauer“ oder „Franz-Josef Steinmeier“ gegen Merkel eine Chance hat, glauben nur sehr wenige. Dafür gibt es einen simplen Grund: Die meisten der Befragten kennen ihn gar nicht. Um die Bekanntheit von Merkels potenziellem Nachfolger sieht es also eher schlecht aus.

Ganz anders dagegen verhält es sich mit Kurt Beck. Das Portrait des Ex-Parteichefs erkannten fast alle der Befragten. „König Kurt“, wie ihn Victor Brade aus Niefern nannte, scheint allerdings wesentlich unbeliebter als sein Nachfolger Franz Müntefering zu sein.

Die meisten Befragten konnten sich noch an „Münte“ erinnern. Die Tatsache, dass er Becks Nachfolger als SPD-Vorsitzender wird, hielt dabei der Großteil für die richtige Entscheidung. „Müntefering ist ein guter Ersatz, er hat einfach mehr Erfahrung.“, sagte Margot Wolfinger aus Birkenfeld. Für den Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz sei es dagegen „Zeit zu gehen.“ „Kurt Beck ist ein Landespolitiker, er hätte es nie machen dürfen – sein Rücktritt ist längst überfällig“, sagte Hans-Georg Ehrismann aus Königsbach.

Generell finden die meisten Befragten die personale Veränderung der SPD richtig und hoffen, dass es wieder „aufwärts geht“. Außerdem haben fast alle im Interview von Änderungen innerhalb der SPD gewusst. Und die Befragten, die den Kanzlerkandidaten nicht kannten, haben ja immerhin wegen seines Anzugs auf einen Politiker getippt.