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Engagieren sich für Dillweißenstein: Jürgen von der Ehe, Petra Bösl und Anette Fondrey (von links). Foto: Fux

„Stelldichein“ feiert Premiere in Dillweißenstein – Format soll Bürger näher bringen

Pforzheim. Zum „Stelldichein in Dillweißenstein“ sind am Freitagabend auf Anhieb mehr als 40 Interessierte in die Begegnungsstätte am Ludwigsplatz gekommen, darunter auch Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund samt der Integrationsbeauftragten.

Ziel des Projekts ist es, Begegnungen von Bürgern aus dem Stadtteil zu schaffen, Menschen kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und weitere Treffen zu planen. Ein Angebot, das generationenübergreifend genutzt und wahrgenommen wurde.

Das „Stelldichein in Dillweißenstein“ setzte im Nachgang zu den „Nachbarschaftsgesprächen unter dem Motto Zusammenleben – aber wie?“, die vom Land Baden-Württemberg unterstützt wurden, federführend der Bürgerverein Dillweißenstein zusammen mit der Nachbarschaftsgruppe sowie engagierten Bürgern aus dem Stadtteil um. Es waren aber auch Geschichten und Traditionen eines Stadtteils, die erzählt und weitergegeben wurden, beispielsweise die des Ritters Belrem oder aber die, dass es noch immer zu Frotzeleien zwischen Weißensteinern und Dillsteinern kommt. Denn „Dillschde“, wie die Einheimischen sagen, und Weißenstein wurden 1890 zwangsverheiratet.

Wehmut und Tatendrang

Manche Anekdote hatte die Vorsitzende des Bürgervereins, Petra Bösl, parat, deren Mutter stammt nämlich aus Weißenstein und ihr Vater aus „Dillschde“. Einige Aha-Erlebnisse hatten Besucher beim filmischen und fotografischen Spaziergang durch das alte Dillweißenstein, den Jürgen von der Ehe vom Bürgerverein zusammengestellt hatte. „Das ist unser Haus“, riefen so manche erfreut. „Da bin ich in die Schule gegangen“, stellte ein anderer Bürger begeistert fest. Die alten Fotografien waren auch Beweis dafür, dass es früher im Stadtteil keinerlei Mangel an Gaststätten gab. Wehmut kam bei Erinnerungen an das großartige Straßenfest in den 1970er-Jahren auf. „Wir haben es noch zweimal versucht, aber die Kosten und die Auflagen der Stadt sind irrsinnig hoch“, sagte die ehemalige Vorsitzende des Bürgervereins, Dietlinde Hess.

Zwar wird es kein Straßenfest geben, aber um näher zusammenzurücken, kamen Wünsche nach einem Vereinsabend, einem Abend der Nationen und einem Grillabend auf, die man als weiteres „Stelldichein in Dillweißenstein“ auf die Beine stellen möchte.