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Der Parkplatz an der Carl-Hölzle-Straße ist geräumt und geschottert, die Stimmung verbessert: Baubürgermeister Alexander Uhlig (Zweiter von links) beim Ortstermin mit Carol Braun, Fritz Sinzenich, Jörg Augenstein und Jürgen Ruf (von links).
Der Parkplatz an der Carl-Hölzle-Straße ist geräumt und geschottert, die Stimmung verbessert: Baubürgermeister Alexander Uhlig (Zweiter von links) beim Ortstermin mit Carol Braun, Fritz Sinzenich, Jörg Augenstein und Jürgen Ruf (von links).
01.05.2014

Stellplatz oder Asylheim? Annäherung im Parkplatzstreit

Pforzheim. Im Parkplatzstreit haben sich der Bürgerverein Weststadt und Baubürgermeister Alexander Uhlig aufeinander zubewegt. An der Carl-Hölzle-Straße hatte Uhlig einen Parkplatz in Aussicht gestellt. Bis wenige Tage später Sozialbürgermeisterin Monika Müller meldete, dass dort eine Flüchtlingsunterkunft gebaut werden könnte. Seither schlagen in Pforzheims Westen die Wogen hoch, die Uhlig nun zu glätten suchte.

Der Ton war rau, der Ärger groß. Ausgebootet fühlte sich der Bürgerverein Weststadt von Baubürgermeister Alexander Uhlig. Jüngst beim PZ-Redaktionsgespräch fiel wiederholt das Wort „Lüge“.

Versöhnung und Kampfansage

Fragil, aber intakt ist das Brötzinger Zentrum nach Einschätzung von Fritz Sinzenich, Freie-Wähler-Stadtrat und Vorsitzender des Bürgervereins. Es gebe keine Leerstände, „aber viele Einzelhändler kämpfen um ihre Existenz“. Dass die Parkplätze im Viertel durch ein Bauprojekt der Lebenshilfe knapp werden, ist für Sinzenich und seine Mitstreiter schon eine bittere Pille. Um so mehr bringen sie nun die Pläne für die Carl-Hölzle-Straße auf die Palme. Der dortige Park&Ride-Parkplatz glich lange einer Erddeponie. Dass er nun zur Baufläche werden könnte, statt ihn seiner ursprünglichen Nutzung zuzuführen, wollen die Brötzinger nicht hinnehmen. „Wir werden den Platz mit Zähnen und Klauen verteidigen“, sagt Sinzenich, „und wenn wir mit der Sammelbüchse rumgehen müssen, um den Rechtsbeistand zu bezahlen“.

Man sei dort grundsätzlich gegen jede Art der Wohnbebauung, so Freie-Wähler-Stadtrat Carol Braun. Doch insbesondere durch ein Flüchtlingsheim dieser Dimension würde ein Brennpunkt entstehen. Gegenüber befinde sich eine Skateranlage, der Fußweg zu Börth-Halle und Arlingerschule – „da sind Konflikte programmiert“, so Braun. Er plädiert für eine dezentrale Unterbringung und gegen solch große Projekte. Die städtische Planung sieht drei Gebäude mit bis zu 130 Plätzen vor.

Uhlig bat um Verständnis für seine Bürgermeister-Kollegin: „Frau Müller hat ihre Müh’ und Not, die Asylbewerber unterzubringen.“ Die Menschen wehrten sich ja nicht gegen Flüchtlinge, so Uhlig, der an deren schweres Schicksal erinnert. Doch es stelle sich die Frage, „ob wir dahin gehen sollen, wo es am meisten wehtut“. Es gebe „Flächen, die vielleicht besser geeignet wären“.

Gemeinderat entscheidet

Wie Uhlig erläutert, handelt es sich bei dem Gelände um ein Sondergebiet Rettungswesen. Sprich: Nur Bauten etwa für das THW oder das DRK, dessen Ortsverein nebenan sein Domizil hat, wären möglich. Vonnöten wäre also ein Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans, das eine „politische Diskussion vermuten lässt“ und sich hinziehen könne. Dass der Bürgermeister eine andere Nutzung dieses Areals für sinnvoll hält, zeigt die Tatsache, dass es inzwischen geräumt und geschottert wurde. Die Brache sei ein „Schandfleck“ gewesen, die jetzige Parkfläche ein Gewinn.

Für Jörg Augenstein, Einzelhändler und CDU-Stadtrat, ist ein Parkplatz „die beste Lösung“, auch wenn er wohl weniger von Bummlern als von Besuchern der Großveranstaltungen im Viertel genutzt werde.

Wie Uhlig herausstellt, liegt die Entscheidung über die Nutzung beim Gemeinderat. Für die Sitzung von Finanz- und Sozialausschuss am Dienstag, 13. Mai, ab 16 Uhr gilt laut Vorlage immer noch die Verwaltungsempfehlung, dem Bau eines Flüchtlingsheims an der Carl-Hölzle-Straße grundsätzlich zuzustimmen.

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