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In Baden-Württemberg sind in vielen Städten die Friedhofsgebühren gestiegen, beziehungsweise sie steigen weiter. Nur in Pforzheim gab  es schon lange nicht mehr eine Erhöhung.
In Baden-Württemberg sind in vielen Städten die Friedhofsgebühren gestiegen, beziehungsweise sie steigen weiter. Nur in Pforzheim gab  es schon lange nicht mehr eine Erhöhung. © dpa
19.09.2010

Sterben im Land wird teurer - nur in Pforzheim nicht

Das Sterben in Baden-Württemberg wird teurer. In vielen Kommunen sind die Friedhofsgebühren gestiegen. Rühmliche Ausnahmen: In Pforzheim und Heidelberg hat es in den letzten Jahren keine Erhöhungen gegeben.Reich werden können die Städte mit Friedhofsgebühren aber nicht: Zur Sanierung des Haushalts darf das Geld nämlich nicht verwendet werden - es ist nach landesrechtlichen Vorschriften zweckgebunden.

Die Friedhofsgebühren in Freiburg wurden zum letzten Mal 2005 erhöht. Die Stadt bekommt hier allerdings keine Einnahmen, da der Friedhof ein Eigenbetrieb ist und sich ausschließlich durch die Gebühren finanziert. Auch in Pforzheim hat es schon länger nicht mehr eeine Erhöhung gegeben. Hinzu kommt, dass kein privates Krematorium in der näheren Umgebung existiert, weshalb Pforzheim von einem Konkurrenzkampf verschont bleiben.

In Karlsruhe hingegen gibt es einen zunehmenden Wettbewerb mit privaten Krematorien. „Bei den privaten Krematorien handelt es sich häufig um effiziente und neu errichtete Zweckbauten in Industriegebieten“, sagte eine Sprecherin. Kommunale Krematorien seien in der Regel in der Nähe von Friedhöfen, nicht selten in historischen oder denkmalgeschützten Gebäuden, deren Modernisierung mit hohen Auflagen verbunden ist.

Auch in Ulm gibt es einen Konkurrenzkampf mit privaten Anbietern. „Die können günstiger kalkulieren, etwa weil ihr Personal nicht nach den Tarifen des Öffentlichen Dienstes bezahlt wird“, kommentierte eine Sprecherin. Die Stadt versuche jedoch mit besserem Service dagegen zu halten. In Offenburg gibt es zwar keine privaten Krematorien, dafür aber im nahen Straßburg. Die Bestimmungen für Bestattungen in Frankreich seien dort einfacher und günstiger: „Das wird dann schon in Anspruch genommen“, teilte die Stadt mit.

Offenburg hat die Gebühren im April um 13 Prozent erhöht. Die Kosten seien jedoch noch immer nicht gedeckt und die Stadt müsse zuzahlen, heißt es aus dem Rathaus. Langfristig sei das Ziel, die Gebühren um 30 Prozent zu erhöhen. In Tübingen und Heilbronn müssen die Friedhöfe nach Gemeinderatsbeschlüssen ihre Ausgaben zumindest selbst erwirtschaften. „Wir versuchen, eine Kostendeckung anzustreben“, hieß es in Mosbach im Neckar-Odenwald-Kreis.

In Reutlingen sind die Gebühren zuletzt zum 1. August neu berechnet worden. Für die Stadtkasse bedeute das Zusatzeinnahmen von rund 300.000 Euro pro Jahr, sagte eine Sprecherin. Kostendeckend sei das aber noch immer nicht: 10 Prozent der Kosten für die Friedhöfe kämen aus dem allgemeinen Haushalt. Noch niedriger ist der Kostendeckungsgrad in Ludwisgburg: Trotz einer Erhöhung der Gebühren um durchschnittlich 8,5 Prozent im Juli und Gesamteinnahmen von bisher 1,6 Millionen Euro pro Jahr, trägt die Stadt noch immer 40 Prozent der Kosten. Auch die Stadt Ulm schreibt mit ihren Friedhofsgebühren keine schwarzen Zahlen. „Der Kostendeckungsgrad liegt derzeit bei rund 84 Prozent“, sagte eine Sprecherin. dpa